Frankfurt/Main (dpa). Bundesbankpräsident Axel Weber macht den deutschen Landesbanken Druck. Mit deutlichen Worten forderte Weber gestern eine Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Institute: "Ich glaube, dass insbesondere in diesem Bereich die Mikado-Strategie, die bislang angewandt worden ist, nicht zielführend ist", sagte der Bundesbankpräsident bei der "Euro Finance Week" in Frankfurt. "Die Landesbanken haben ihr Schicksal selbst in der Hand, aber sie müssen etwas tun."

Die bisherigen Anpassungen im Bereich der Landesbanken halte er jedenfalls für unzureichend, betonte Weber. Zuletzt waren Gespräche zwischen BayernLB und WestLB über eine Fusion gescheitert. Beide Institute waren in der Krise mit Milliarden öffentlicher Gelder gestützt worden.

Die WestLB muss gemäß einer EU-Auflage bis Ende kommenden Jahres mehrheitlich in neue Hände kommen oder mit einer anderen Landesbank fusionieren. Sollte beides nicht gelingen, droht der Bank mit ihren 5000 Mitarbeitern ab 2012 die Abwicklung.