Bitterfeld-Wolfen (dpa/dapd. Rund 180 Beschäftigte der Solarfirma Solibro in Thalheim (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) haben am Montagabend ihre Arbeit niedergelegt. Es handelt sich nach Angaben der IG Metall um den ersten Warnstreik in der deutschen Solarbranche. Die Gewerkschaft will damit Druck auf die Geschäftsführung der Q-Cells-Tochter im "Solar Valley" ausüben und kräftige Lohnerhöhungen für die Beschäftigten herausholen. Die derzeitigen Grundgehälter lägen bis zu 30 Prozent unter den Tarifentgelten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt.

Q-Cells hatte am Freitag überraschend gute Bilanzzahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Vertreter der Gewerkschaft haben bereits vor einigen Wochen mit der Geschäftsführung gesprochen. Die Firmenleitung habe sich zwei Wochen Bedenkzeit erbeten, und diese Frist sei ohne ein Angebot vor einer Woche verstrichen, hieß es.

"Die Beschäftigten werden einen tariflosen Zustand und Niedriglöhne nicht länger hinnehmen. Wer Fachkräfte benötigt, muss diese auch angemessen bezahlen", sagte der Betriebsratsvorsitzende von Solibro, Christian Kostyra. Bei Solibro arbeiten etwa 450 Menschen.

Im Durchschnitt bekämen die Mitarbeiter einen Stundenlohn von 8,33 Euro, sagte Manfred Pettche, der Chef der IG-Metall-Verwaltungsstelle Dessau. Die Gewerkschaft fordere die Übernahme des Tarifvertrages aus der Metall- und Elektroindustrie. Das wären mehr als 14 Euro pro Stunde, sagte der Verwaltungsstellenleiter. Die IG Metall habe bereits der Geschäftsführung signalisiert, über einen Stufenplan diesen Tarif erreichen zu wollen. Gegenwärtig gehe es nicht um die Höhe, sondern um die Bereitschaft der Werksleitung.