Frankfurt/Main (dpa). Die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert auf die zugespitzte Schuldenkrise in der Eurozone: Zum 29. Dezember werde das Grundkapital der Notenbank nahezu verdoppelt, teilte die EZB gestern in Frankfurt mit. Damit schützen sich die Notenbanker vor einem möglichen Ausfall von Staatsanleihen aus klammen Ländern wie Griechenland, Portugal oder Irland.

Die EZB hat seit Mai ein Paket von 72 Milliarden Euro an Staatspapieren angehäuft. Fallen die Anleihen aus, drohen herbe Verluste. Kritiker warfen der auf Unabhängigkeit bedachten Notenbank wegen des Kaufs von Staatsanleihen einen Tabubruch vor, weil sie damit praktisch die Verschuldung von Staaten mitfinanziert.

Insgesamt soll das Grundkapital der EZB von derzeit 5,8 auf 10,8 Milliarden Euro steigen. Dafür pumpt die EZB die nationalen Notenbanken an. Den größten Brocken muss die Deutsche Bundesbank mit rund einer Milliarde Euro beisteuern.

Die EZB begründete die Entscheidung mit den gestiegenen Schwankungen an den Finanzmärkten und dem erhöhten Kreditausfallrisiko. Bei den Schwankungen wurden explizit Wechselkurse, Zinssätze und der Goldpreis genannt. Die letzte allgemeine Kapitalerhöhung erfolgte vor zwölf Jahren.