Magdeburg (ts). Was kann man tun, dass junge Familien das Wohnen in der Stadt wiederentdecken? Was kann man tun, um die Innenstädte Sachsen-Anhalts attraktiver zu machen? Eine Antwort auf diese Fragen wollen die Architektenwettbewerbe unter dem Motto "Mut zur Lücke" in sechs Städten Sachsen-Anhalts geben, zu denen auch Stendal gehört.

Das Bau- und Verkehrsministerium fördert erneut Architektenwettbewerbe, bei denen für Lücken oder potenzielle Lücken attraktive, zeitgenössische Lösungen zum Wohnen in der Stadt gesucht sind, teilte gestern die Architketenkammer des Landes mit.

Bereits 2008 war eine erste Staffel von Wettbewerben durchgeführt worden. Die Erfahrungen aus diesen Verfahren fließen nun bei der Beplanung der landesweit zehn Lücken ein. "Wichtig ist es, dass wir Bauherren motivieren, die Lücken zu schließen und familienfreundliche zeitgemäße Ideen und erschwingliche Lösungen für das Wohnen in der Stadt finden", sagte Minister Karl-Heinz Daehre (CDU) zum Start der ersten Verfahren in Stendal und Lutherstadt Eisleben. "Wir erwarten, dass im Rahmen der Architektenwettbewerbe nicht nur beispielgebende Lösungen für die sechs Städte gefunden werden, sondern dass die Ergebnisse auch auf andere Städte Sachsen-Anhalts ausstrahlen", fügte er hinzu. "Deshalb werden wir die Wettbewerbe und deren Umsetzung intensiv begleiten."

Der Präsident der Architektenkammer, Ralf Niebergall, sieht in der Durchführung der Wettbewerbe nicht nur eine Chance zur weiteren Belebung der Städte, sondern auch zur öffentlichen Diskussion über die Kultur des Bauens. Die Architekten des Landes seien aufgefordert, Ideen für die Verwirklichung heutiger Wohnbedürfnisse in städtebaulich anspruchsvoller Umgebung zu entwerfen, die auch und unter ökologischen Gesichtspunkten vorbildlich sein können.

Heute findet um 14 Uhr im Sitzungssaal des Stendaler Rathauses ein öffentliches Kolloquium zum Wettbewerb statt. "Mut für Neues" wird in Stendal für die Lücken in der Bruchstraße 18 sowie für die Ecke Brüderstraße 10, 11 / Wüste Worth 2 gesucht. Die Ergebnisse sollen bereits zur Landesbauausstellung am 25. Februar 2011 präsentiert werden.