Von Torsten Scheer

Magdeburg. Nach Großunternehmen wie Conti, Bosch und Siemens ziehen jetzt auch mehrere mittelständische Firmen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die zum Frühjahr geplanten Lohnerhöhungen vor. Nach Angaben der IG Metall wollen 25 Betriebe in den beiden Bundesländern ihren Beschäftigten schon zum 1. Februar 2,7 Prozent mehr Lohn zahlen.

Ursprünglich war die Anhebung in der Metall- und Elektroindustrie erst für den 1. April kommenden Jahres vereinbart. Unternehmen mit guter Geschäftsentwicklung können die Erhöhung jedoch vorziehen.

Insgesamt erhalten rund 21 000 Beschäftigte in 25 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt im Februar nächsten Jahres mehr Geld, teilte die Gewerkschaft mit. Damit habe sich gegenüber dem Vormonat die Zahl der Beschäftigten, die von der vorgezogenen Entgelterhöhung profitieren, nahezu verdoppelt.

Über ein vorzeitiges Plus in der Lohntüte freuen können sich laut IG Metall beispielsweise rund 1100 Beschäftigte bei Phoenix Contact Electronics in Bad Pyrmont, 500 Beschäftigte bei Volvo/ABG in Rinteln, knapp 1000 Beschäftigte bei VB Autobatterie in Hannover, 300 Beschäftigte der Renk AG und die rund 880 Beschäftigten bei Bosch Rexroth in Hannover und Gronau. In Salzgitter würden rund 380 Voith-Beschäftigte bereits im Februar mehr Geld bekommen, im Harz rund 400 Mitarbeiter bei Harz Guss Zorge sowie 230 Beschäftigte von KSM in Wernigerode.

Erste vorgezogene Lohnzuwächse waren bereits im November vereinbart worden – so etwa für mehr als 25 000 Mitarbeiter von Continental. Diese gute Nachricht hatten vor wenigen Tagen auch die 225 Arbeitnehmer der Radsatzfabrik Ilsenburg erhalten.

Viele Unternehmen hätten auch Prämien und Einmalzahlungen angekündigt, um ihre Beschäftigten an der wirtschaftlichen Erholung zu beteiligen. "Der wirtschaftliche Aufschwung muss sich im Geldbeutel der Beschäftigten wiederfinden", kommentierte der Bezirksleiter der IG Metall, Hartmut Meine.

In Sachsen-Anhalt arbeiten in den mehr als 300 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie rund 44 000 Menschen.