München (dapd) l Der ehemalige Deutsche-Bank-Vorstandschef Rolf Breuer ist nach Aussage eines früheren Kreditanalysten der Bank besser über den Kirch-Kredit informiert gewesen als bisher dargestellt. Der Zeuge sagte gestern im Betrugsprozess gegen Breuer vor dem Landgericht München, Kollegen hätten ihm gesagt: "Wir halten Herrn Breuer auf dem Laufenden."

Breuer hatte 2002 kurz vor der Insolvenz des inzwischen verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch in einem Fernsehinterview bezweifelt, dass der Medienkonzern weitere Bankkredite bekommen könne. In einem von Kirch angestrengten Schadenersatzprozess sagte Breuer 2003 aus, er habe bei dem Interview kein internes Wissen gehabt. Die Staatsanwaltschaft hält das für gelogen und wirft ihm versuchten Prozessbetrug vor. Die Deutsche Bank hatte Kirch rund 750 Millionen Euro geliehen und dafür 40 Prozent der Axel-Springer-Verlag-Aktien als Pfand bekommen.