Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) verstärkt ihre Zusammenarbeit mit Kreditinstituten im Bundesland. Gestern wurde in Magdeburg eine Kooperationsvereinbarung mit der Volksbank Magdeburg unterzeichnet.

Magdeburg. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) hat bisher mit zwölf Kreditinstituten im Land Kooperationensvereinbarungen geschlossen. Damit sollen Zeichen für eine aktive und nachhaltige Wirtschaftsförderung in den jeweiligen Regionen gesetzt werden.

"Die Kooperation ermöglicht neue Wege", sagte gestern IB-Chef Manfred Maas anlässlich der Vertragsunterzeichnung über die künftige Zusammenarbeit zwischen der Investitionsbank und der Volksbank Magdeburg. So würden beispielsweise Beratungskompetenzen zusammengeführt und Finanzierungslösungen erweitert.

Dahinter steht das Anliegen, der gewerblichen Wirtschaft, Existenzgründern und Privatkunden in Finanzierungsfragen eine breitere Produktpalette als bisher zur Verfügung zu stellen. Konkret würden kleine und mittlere Unternehmen beispielsweise einen schnelleren und direkten Zugriff auf die Produkte aus dem speziellen KMU-Darlehensfonds bekommen, erläuterte Maas.

Über den von der IB gemanagten Fonds waren im vergangenen Jahr 110 Millionen Euro an die einheimische Wirtschaft ausgereicht worden. Damit hatte sich der Fonds gerade vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise als ein die Liquidität sicherndes Mittel bewährt. Stark nachgefragt waren unter anderem Darlehen zur Vorfinanzierung von Aufträgen.

Andere Finanzierungsbausteine aus dem Fonds zielen etwa auf die Begleitung von Existenzgründungen ab. Darüber hinaus werden Privatkunden Förderangebote für den Neubau und Erwerb von Eigenheimen oder den Kauf von Eigentumswohnungen gemacht. Ergänzt werde die Wohnungsbauförderung durch das Darlehensprogramm Sachsen-Anhalt KLAR zur Errichtung von Kleinkläranlagen, erläuterte Maas.

Mit dem gebündelten Know-how von Investitions- und Volksbank in der Beratung und bei der Vielfalt an Fördermöglichkeiten auch über den vereinbarten Produktrahmen hinaus könnten optimale, individuell zugeschnittene Finanzierungsstrategien für die Kunden entwickelt werden, betonte Volksbank-Vorstandsmitglied Uwe Fabig. "Sowohl für die Volksbank als auch für die IB werden die Vereinbarungen zu noch mehr Kundennähe und deutlich höherer Flexibilität bei der Handhabung von Finanzierungshilfen führen", zeigte er sich überzeugt.

Die Investitionsbank mit derzeit mehr als 300 Mitarbeitern war 2004 aus dem Landesförderinstitut (LFI) hervorgegangen und agiert heute als "Anstalt in der Anstalt" unter dem Dach der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), die auch Landesbank für Sachsen-Anhalt ist.

Durch die Gewährträgerhaftung des Landes und die Einbringung des Wohnungsbauvermögens des Landes in Höhe von rund 100 Millionen Euro kann sich die IB am Kapitalmarkt refinanzieren und auch eigene Finanzprogramme auflegen. Als einzige deutsche Förderbank vergibt die IB unter anderem Darlehen im Direktgeschäft. Die Bilanzsumme der IB lag im vergangenen Jahr bei 1,34 Milliarden Euro.

Sachsen-Anhalts größte Volksbank hatte im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von 4,7 Millionen Euro (2008: 1,9 Mio. Euro) ausgewiesen. Zum Geschäftsgebiet der Volksbank Magdeburg gehören auch die Altkreise Schönebeck und Wolmirstedt.