Mehr als 14 Millionen Euro gibt die Stadt Burg bislang jährlich für Personalkosten aus. Mit einer veränderten Struktur in der Kernverwaltung und sozialverträglichem Stellenabbau streben Bürgermeister und Stadtrat jetzt spürbare Einsparungen an.

Burg l 2012 hatte der Stadtrat Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) beauftragt, Möglichkeiten der Personalreduzierung in der Stadtverwaltung zu suchen und zu finden. Vier städtische Verwaltungsmitarbeiter (Kernverwaltung) pro 1000 Einwohner wurden als erreichenswerte Zielgröße vorgegeben, bei aktuell etwa 24 000 Einwohnern also 96. Doch ist diese Zahl überhaupt realistisch, angesichts der vielen Aufgaben einer Stadtverwaltung? Ist die zu erledigende Arbeit mit einem Fünftel weniger an Mitarbeitern überhaupt noch zu schaffen? Das sollte ein Gutachten einer Beratungsfirma klären, das im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt wurde. "Es gibt auf jeden Fall Potenzial, Stellen einzusparen", so Bürgermeister Jörg Rehbaum im Anschluss zur Volksstimme. Dafür müsse es aber neben dem reinen Personalabbau auch eine neue Struktur in der Verwaltung geben, mit weniger Fachbereichen und Sachgebieten - so zumindest das Gutachten. "Uns stellt sich die Aufgabe, die Arbeit umzugestalten, effizienter zu werden", erklärt Rehbaum.

Um die Organisationsstruktur an künftig immer weniger Mitarbeiter in der Kernverwaltung anzupassen, werden im Gutachten über 100 technisch-organisatorische Einzelmaßnahmen vorgeschlagen. Dabei müsse aber, so Rehbaum, der "Service für die Bürger" aufrechterhalten werden. "Wir müssen und werden unsere pflichtigen Aufgaben erfüllen und Organisationsverschulden ausschließen. Wir dürfen die weniger werdenden Mitarbeiter auch nicht überlasten", so der Stadtchef, der die Bereitschaft der Stadtangestellten lobt, durch freiwillige Teilzeit Personalkosten zu reduzieren.

So konnten 2012 150 000 Euro eingespart werden. Für die folgenden Jahre soll es durch die freiwillige Teilzeit Einsparungen von 185 000 Euro (2013), 177 000 Euro (2014) und 103 000 Euro (2015) geben.

Die Einsparungen durch freiwillige Teilzeit nehmen 2014 und 2015 planmäßig ab, weil in diesen Jahren die Zahl der Mitarbeiter in der Kernverwaltung erheblich zurückgehen soll.

Hatte die Kernverwaltung im Jahr 2012 noch 120 Mitarbeiter, sind für 2013 114 geplant. 2014 reduziert sich die Zahl dann auf 99. 2015 soll die Kernverwaltung der Stadt Burg dann nur noch 95 Mitarbeiter haben. "Jeder Mitarbeiter weniger bedeutet etwa 40 000 Euro weniger Personalkosten", so Rehbaum.

Mit dem Beschluss des Stellenplanes 2013 hat der Burger Stadtrat die Voraussetzungen geschaffen, die Optimierung der Kernverwaltung anzugehen. Der notwendige Stellenabbau wurde festgeschrieben, auch für nachgeordnete Bereiche wie Bibliothek, Stadthalle, Büro-Mitarbeiter des Bauhofs, Schulsekretärinnen. In den genannten Bereichen hat die Stadt gegenwärtig 14 Mitarbeiter. Unangetastet bleiben die etwa 120 Erzieherinnen in den kommunalen Kitas und Horten - wegen gesetzlicher Vorgaben - sowie die Bauhof-Mitarbeiter.

Im Zusammenhang mit der geplanten Personalreduzierung in der Burger Verwaltung hat der Stadtrat auch eine Abfindungsrichtlinie beschlossen. Mitarbeiter, die ihr Arbeitsverhältnis mit der Stadt Burg freiwillig beenden, erhalten eine Abfindung bis maximal 70 000 Euro.