Burg l Es war bereits die zweite Verabschiedung von Soldaten des Logistikbataillons 171 in den Einsatz in diesem Jahr, wie Kommandeur Karl Wilhelm Wenz in seiner Ansprache erinnerte: "Nachdem wir am 17. April unsere Kräfte für KFOR, UNIFIL und AFTUR bereits verabschiedet haben und sich diese mit Masse bereits im Einsatz befinden, die letzten fliegen am Montag, ist es nun soweit, die Kräfte der Resolut Support Mission in Afghanistan sowie die Soldaten für die Ausbildungsmission im Irak zu verabschieden."

Die Burger Logistiker haben den Auftrag, die Unterstützung für die Einheiten in Mazar-e Sharif sicherzustellen, gemeinsam mit anderen deutschen und multinationalen Kräften. Wenz weiter: "Wir stellen damit die Funktionstüchtigkeit des so genannten Train-Advice-Assist-Commands sicher und bilden quasi ein Rundum-Sorglos-Paket, damit diese ihren Ausbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsauftrag durchführen können. (...) Wir leisten einen Beitrag, damit auch die Menschen in Afghanistan einem für uns so selbstverständlichen Zustand, dauerhaft in Ruhe und Frieden leben zu können, einen Schritt näher kommen."

Offiziell verabschiedet wurden die 120 Burger Soldaten dann durch Generalmajor Hans-Erich Antoni, Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr in Erfurt. Wie dieser richtete auch der Ehrengast des Tages, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), einige Worte an die Soldaten und Gäste. Auch und gerade durch die Auslandseinsätze werde deutlich, so Haseloff, wie sich die Bundeswehr in den 60 Jahren ihres Bestehens entwickelt hat. "Anforderungen und sicherheitspolitische Gegebenheiten haben sich vielfach und teilweise radikal verändert. Diese Veränderungen dauern unvermindert an. Das heißt auch, dass es weiterhin einen gewaltigen Druck gibt, sich diesen Bedingungen immer wieder anzupassen. Dazu braucht die Bundeswehr die Akzeptanz und die Unterstützung der gesamten Gesellschaft", so der Ministerpräsident weiter. Die Soldatinnen und Soldaten müssten sich darauf verlassen können, dass die politisch Verantwortlichen jeden Einsatz mit aller Sorgfalt abwägen und verantwortlich über ihn entscheiden.

60 Jahre Bundeswehr, das war nach dem Verabschiedungsappell, dem ein Feldgottesdienst vorausgegangen war, für Kommandeur Wenz und Oberst Axel Lautenschläger, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Anlass, zum "Tag der Bundeswehr" einzuladen, der am Sonnabend an 15 Standorten in ganz Deutschland stattfand.

Die Streitkräftebasis präsentierte die gesamte Bandbreite ihrer Aufgaben in Hannover, Bonn, Storkow und Burg.

In der Burger Clausewitz-Kaserne entwickelte sich der Tag der Bundeswehr zu einem bunten Familienfest mit zahllosen Angeboten für Groß und Klein: Fahrzeugschau, Überwinden der Hindernisbahn, Diensthund-Vorführungen durch die Feldjäger, "Camp Clausewitz" mit Sonderfeldpostamt, Schießsimulator, Info-Stände, Vorträge ...

Die Erbsensuppe aus der Feldküche konnte man sich zur Musik des Heeresmusikkorps Hannover schmecken lassen, dessen Musiker auch dem Verabschiedungsappell einen würdigen Rahmen verliehen hatten.

Unterstützt wurde die Bundeswehr am Sonnabend in Burg überdies von ihren "Blaulicht-Partnern", mit denen die Soldaten während des Hochwassers 2013 in der Region Burg erfolgreich zusammengearbeitet hatten: Polizei, Feuerwehr, THW, DRK, Johanniter-Unfallhilfe.

Der Tag der Bundeswehr lockte viele Schüler in die Clausewitz-Kaserne, für die unter anderem die Jugendoffiziere aus Magdeburg und Weißenfels Ansprechpartner waren. Sie erfuhren: Die Bundeswehr ist Arbeitgeber für 240 000 Menschen. Allein die Streitkräftebasis bietet Arbeitsplätze in 1000 verschiedenen Berufen an und eröffnet somit ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten.

 

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