Am Montag ist das Grundgerüst der Kirchturmspitze auf das Menzer Gotteshaus gesetzt worden. Fertigstellung der Arbeiten wohl im Frühjahr.

Menz l Ursprünglich sollte die Holzkonstruktion bereits in der vergangenen Woche an seinen Bestimmungsort mittels Kran gesetzt werden, doch das stürmische Wetter verhinderte dies. "Am Montag war es dann soweit", freut sich Fritz Schmiel, Vorsitzender des Fördervereins Kirche St. Paulus und Kirchberg Menz.

Derzeit wird das Fachwerk ausgemauert. "Das Putzen wird wohl in diesem Jahr nicht mehr klappen", merkt Schmiel an und verweist auf die ungewisse Wetterlage. Nach dem Ausmauern sollen die Dachdeckerarbeiten anlaufen. "Zum Frühjahr wollen wir fertig sein", sagt der Menzer, der am Kirchturm eine Beleuchtung angebracht hat, die nachts eingeschaltet werden soll. Ein toller Anblick sei es, wenn man die Bundesstraße 184 aus Richtung Magdeburg oder Gommern kommt und von weitem den Turm der St.-Paulus-Kirche aus dem Kirchberg ragen sieht.

Um das Projekt "Wiederaufbau des Turmes der Kirche St. Paulus" zu realisieren, hat sich im Jahr 2004 der Förderverein gegründet. Das Gotteshaus, das bereits im zwölften Jahrhundert existierte, wurde am 21. Januar 1944 durch einen Bombentreffer des amerikanischen Militärs zerstört. Nur die Umfassungsmauern des barocken Putzbaus mit dem quadratischen Fachwerkturm blieben erhalten. Von 1957 bis 1959 wurde das Gotteshaus auf dem Kirchberg von der Kirchengemeinde wieder aufgebaut. Übrig blieben der Orgeleinbau sowie die Errichtung des Turmes. 1964 wurde zwar die Orgel wieder eingeweiht und 2007 folgte der Innenausbau des Patronatsstuhles sowie die Sanitäranlagen. Der Turm blieb indes unvollendet.

Bereits 2003 folgte der Aufruf engagierter Bürger um Ortsbürgermeisterin Margrit Peters und Pfarrer Henke, einen Förderverein zu gründen, um den Wiederaufbau voranzutreiben. Eines der Ziele, die Wiederherstellung des Glockenstuhles zur eigentlichen Nutzung des Turmes, begann schließlich im März diesen Jahres mit Betonarbeiten am Sockel. Bauherr ist das evangelische Pfarramt Menz im Kirchspiel Biederitz. Die Planung übernahm unentgeltlich der Architekt Frank Royeck-Baxmann und die Statik sicherten Axel Rolfs und Ulrich Beyer. Mit der Bauausführung wurde ein Gommeraner Unternehmen beauftragt. Bei verschiedenen Veranstaltungen sammelte der Förderverein Spenden. Die Europäischen Union unterstützt das Vorhaben finanziell.

Nach einigen Verzögerungen sind die Arbeiten nun im vollen Gange. "Der Abschluss wird dann das Anbringen einer Kugel mit einer Windfahne in etwa 24 Meter Höhe sein, auf dem das Menzer Wappentier abgebildet ist", blickt Fritz Schmiel voraus. Bis dahin wird die Spitze des Kirchturmes der St.-Paulus-Kirche über den Dächern von Menz hell erleuchtet.