Kreismusikschule und Kreisvolkshochschule werden künftig ihren Schülern deutlich bessere Bedingungen für ihre Angebote und Kurse bieten. Rund 1,5 Millionen Euro investierte der Kreis in den Ausbau der ehemaligen Lehrwerkstatt der Burger Schuhfabrik.

Burg/Genthin l Am Dienstag durften Besucher zum ersten Mal einen Rundgang durch das sanierte Aktionshaus Musik und Bildung - kurz Mubi genannt - wagen. Mehr als 100 Leute seien gekommen, sagte Musikschulleiter Rainer Voß, der durch die Räume führte. Das Interesse an der ehemaligen Lehrwerkstatt der einstigen Schuhfabrik "Roter Stern" sei groß. Insbesondere ehemalige Mitarbeiter hätten sich den Umbau des alten Hauses in Burg angeschaut.

"Hier standen unsere Maschinen, und hier war die Küche", berichteten zwei Frauen und zeigten im großen Saal auf einige Ecken. "Aber waren die Fenster schon immer so groß?", fragten sie und versuchten, sich zu erinnern.

In diesem Jahr wurde das Haus, welches mehrere Jahre leer stand, umfassend saniert. Für rund 1,5 Millionen Euro wurden Wände eingerissen und neue eingezogen, die Elektrik und Heizungsanlagen erneuert, ein Fahrstuhl eingebaut und Fenster sowie Fassade zum Teil erneuert. Im Erdgeschoss ist ein großer Saal entstanden. Eine Bühne ist ebenfalls geplant. "Das Gebäude ist optimal und die Bühne ist toll", meinte Besucherin Ruth Buhe aus Burg. "Meine Enkelin lernt in der Musikschule Saxophon. Auf der Bühne können die Kinder dann sehr schön präsentieren, was sie gelernt haben."

"Das Gebäude ist recht schön", sagte auch Simone Winkler aus Körbelitz, die mit ihrer Familie angereist kam. Ihre drei Kinder sind allesamt Schüler der Kreismusikschule. Sie lernen Klavierspielen, aber auch Gitarre- und Geigespielen. "Ich hoffe, die Wände können noch mit Bildern geschmückt werden. Außerdem bin ich gespannt, wie sich die beiden Schulen in einem Haus vertragen."

Ab Februar werden hier die Kurse der Kreismusikschule, aber auch der Kreisvolkshochschule stattfinden. Beide Einrichtungen sind bis dahin noch in zum Teil sehr maroden Häusern in Burg untergebracht.

Die Musikschule wird sich räumlich einschränken müssen. Statt zwölf stehen nur noch neun Zimmer zur Verfügung. "Und auch das Parken könnte ein Problem werden", meint Simone Winkler. "Das war an dem alten Gebäude nicht so."

Mit großen Augen betrachteten einige Gäste auch das Dachgeschoss. Allerdings ist dies noch nicht nutzbar. Zwar wurden die Anschlüsse für Heizung und Strom verlegt, doch wurde der Boden nicht weiter ausgebaut. Grund ist das fehlende Geld. "Aber vielleicht ist in zwei, drei Jahren doch etwas möglich", meint Rainer Voß. Er hofft, hier eines Tages Räume für die frühkindliche Musikerziehung einrichten zu können. Ruth Buhe schwärmt dagegen von Lesungen. "Durch die Balken wirkt der Raum sehr gemütlich", meint sie. "Da könnte ich mir solche Abende gut vorstellen." Und auch die Kinder von Simone Winkler meinten: "Hier würden wir uns wohl fühlen."

Das Haus Mubi sollte ursprünglich zum Beginn des Schuljahres 2011/12 eröffnet werden. Doch der Einzugstermin der beiden Schulen wurde wegen baulicher Nacharbeiten immer wieder verschoben. Mittlerweile sei zwar die Verwaltung umgezogen, so Kreissprecher Henry Liebe, doch die ersten Kurse werden erst im neuen Kalenderjahr hier stattfinden können.

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