Lindstedt (cie) l Man schrieb den 26. April 1986 als in Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat der Reaktor eines Kernkraftwerkes explodierte. Zehn Jahre danach wurde im Gedenken an die furchtbare Katastrophe in Oederan, Sachsen, der Tag der erneuerbaren Energien ins Leben gerufen.

Inzwischen ist dieser Tag eine deutschlandweite Initiative, die jedes Jahr am 27. April interessierten Menschen die Möglichkeit gibt, sich die praktische Nutzung der erneuerbaren Energie - Wind, Sonne, Biogas und anderes - in Einzelaktionen anzusehen.

Lothar Lehmann vom "Netzwerk Energiebildung Altmark" hatte anlässlich des Energietages eine Busrundfahrt organisiert, die Teilnehmer aus dem ganzen Altmarkkreis an verschiedene Orte in der Altmark führte. Gestartet wurde am Sonnabendvormittag um 9 Uhr an der Photovoltaikanlage der Bürgerenergie Altmark Genossenschaft in Salzwedel. Danach ging es weiter ins Bioenergiedorf Tangeln, wo eine Biogasanlage und ein Nahwärmenetz im praktischen Gebrauch zu sehen waren. Die nächste Station der knapp 30 Teilnehmer war Siebenlinden. Dort stand eine Dorfführung mit dem Schwerpunkt "Energie" auf dem Plan, geleitet vom Elektriker des Ökodorfes in der Nähe von Poppau.

"Wir wollen den Menschen mit dieser Bildungstour die Möglichkeiten der erneuerbaren Energien zeigen", so Lothar Lehmann.

Abschließend ging es für die Energie-Bustour-Teilnehmer nach Lindstedt, wo sie in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Die eine Gruppe traf sich am Windpark der Firma Enercon, wo sie von die Projektentwicklerin Angelika Kobold und dem Projektmanager Dennis Hoehne begrüßt wurden. Dort gab es viel Wissenwertes zu den einzelnen Windanlagen zu erfahren. Etwa wie hoch und breit die einzelnen Türme sind, wie weit sie von Häusern und Straßen entfernt stehen müssen und vieles mehr. So stehen in Lindstedt 16 Anlagen des Typs E82, wobei sich die Zahl auf den Rotorendurchmesser bezieht, der beträgt nämlich genau 82 Meter. 180 Meter hoch ragen die Türme auf und sind von weither zu sehen. Die Teilnehmer der Bustour hatten viele Fragen, auch kritische Einwände wurden von Angelika Kobold und Dennis Hoehne beantwortet. Die zweite Hälfte der Gruppe befand sich derweil am Gutshof in Zichtau, wo sich die Teilnehmer von den Baufortschritten an dem alten Gutshaus überzeugen konnten. Ein Bauvorhaben, das zu einem beträchtlichen Teil über die Firma Enercon und den Windpark finanziert wird.

"Es soll ein Windpark für die Bürger sein", so Angelika Kobold. "Und deswegen sollen die Einnahmen auch in der Region bleiben."

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