Der Kreis muss mehr Asylbewerber aufnehmen. Bisher sind sie nur in Salzwedel untergebracht. Künftig wird das auch wieder in Gardelegen der Fall sein. Dazu soll das Haus 2 der Kreisverwaltung ausgebaut werden.

Gardelegen l 4,2 Prozent der Einwohner des Altmarkkreises Salzwedel - das ist laut Gesetzgeber die Quote für die Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Dieses Soll hat der Kreis bisher nicht erfüllt. Es werden zusätzlich Asylbewerber und Flüchtlinge erwartet, die dem Kreis vom zentralen Aufnahmelager in Halberstadt zugewiesen werden. Die ersten neuen Asylbewerber werden am 16. Oktober erwartet. Es handelt sich um eine Familie aus Syrien mit sieben Personen und um ein Ehepaar aus Bosnien. Sie werden Wohnungen in Salzwedel beziehen. Weitere Familien werden folgen, informierte gestern auf Anfrage Kreissprecherin Birgit Eurich. 24 Plätze stünden insgesamt zusätzlich für Familien in Wohnungen zur Verfügung. Die sollen ohnehin möglichst gleich in Wohnungen untergebracht werden, statt in Gemeinschaftsunterkünften, so Eurich.

Dennoch wird auch die Stadt Gardelegen - einst Sitz der zentralen Gemeinschaftsunterkunft im Kreis - wieder Asylbewerber aufnehmen. Der Kreis habe geeignete Lösungen gesucht und sie in der Steinbaracke, dem sogenannten Haus 2 der Kreisverwaltung, gefunden. Dort befindet sich derzeit noch die Gardeleger Tafelausgabestelle. Die wird umziehen. Auch dafür haben der Kreis und die Stadt gemeinsam eine Lösung gefunden. Neues Domizil wird die Baracke der einstigen Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark an der alten Letzlinger Landstraße. Einen konkreten Termin für den Umzug gibt es allerdings noch nicht, bestätigte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Gardelegen, Maik Machalz, die Umzugspläne.

Das Haus 2 der Kreisverwaltung wird dann für 40 Bewohner hergerichtet. Wohnlichen Charme strahlt das derzeitige Tafeldomizil bislang allerdings nicht aus. Von einem langen Flur aus gehen einzelne Räume ab. Etwa 180000 Euro werden aber noch in den Umbau investiert. Schwerpunkte sind Arbeiten an der Elektroanlage, im Brandschutz-, Tischler - und Sanitärbereich, zählte Eurich einige Punkte auf.

Die Bauarbeiten sollen im November, Dezember stattfinden. "Wir gehen davon aus, dass wir Mitte Dezember die ersten Asylbewerber in Gardelegen unterbringen können", sagte gestern Silvia Dörk, die für Ordnungs-, Ausländer- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten zuständige Sachgebietsleiterin der Salzwedeler Kreisverwaltung.

In der Steinbaracke werde es auch einen Wachschutz geben, ebenso werde für die Reinigung und das Waschen der Wäsche gesorgt. "Da gibt es ganz genaue Vorschriften, auch für die Größe der Wohnräume", erläuterte Dörk. Die dürften pro Person beispielsweise sechs bis sieben Quadratmeter groß sein.

Kordula Kausche-Jordan, Leiterin der Tafel-Ausgabestelle in Gardelegen, hat sich die neuen, ehemaligen VG-Räume schon angesehen. "Passen würde es", weiß sie seither. Viele Nutzer der Tafel hätten auch schon nachgefragt, wohin die neue Ausgabestelle ziehen wird. "Bisher haben wir aber noch niemandem etwas mitgeteilt, um keinen zu verunsichern." So zentral wie zurzeit liege die Einrichtung dann schließlich nicht mehr. Froh ist Kausche-Jordan aber über die Unterstützung der Stadt. Bürgermeister Konrad Fuchs hatte nicht nur die Räume vorgeschlagen, sondern auch Hilfe beim Umzug zugesichert.