Gardelegen (gb). Während es gestern Morgen für die Schüler des Gardeleger Geschwister-Scholl-Gymnasiums zur ersten Hofpause klingelte, schulterten in Ländern wie Burma zeitgleich wohl Gleichaltrige ihre Gewehre, um auf Befehl von Paramilitärs, so wie zum Beispiel auch in Kolumbien, zu schießen und zu töten. Spiele gehören nicht mehr zum Alltag jener Minderjährigen. Ihr Leben ist Krieg, sind grausame Bilder, Drill und Gehorsam.

Zum Protest gegen den Missbrauch von Kindersoldaten ruft der Volksverbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge auf. Dieter Steinecke, Vorsitzender des Landesverbandes, und Kreisvorsitzender Dr. Hans-Joachim Becker waren zu den Schülern ins Gymnasium gekommen, um sie für das Schicksal der Kindersoldaten zu sensibilisieren. Weltweit würden rund 300000 Kinder in 40 Staaten zum Kriegsdienst gezwunden, würden "teilweise auf bestialische Weise ihr Leben verlieren", so Steinecke. Auch wenn Kindersoldaten nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stünden, "verlangt das Geschehen doch, dass wir uns damit beschäftigen", mahnte auch Becker.

Die Aktion "Rote Hände", die von namhaften Einrichtungen wie Unicef, Amnesty International, Terre des Hommes oder World Vision unterstützt und durch die Kriegsgräberfürsorge nun auch in Gardelegen organisiert wird, passe vor allem auch in das Schulkonzept, so Schulleiter Dietmar Collatz. Das Gardeleger Gymnasium sei schließlich eine Schule "Ohne Gewalt und mit Courage".

Und dementsprechend gut war schließlich auch die Bereitschaft der Schüler, mit ihrem Handabdruck und ihrem Namen gegen all jene zu protestieren, die Kinder bewaffnen und in Kriege schicken.

Auch die Handabrücke der Gardeleger Schüler werden dabei sein, wenn die Blätter demnächst dem Landtagspräsidenten übergeben werden, versprach Dieter Steinecke. Zudem rief er die Jungs und Mädchen dazu auf, dem Gingko-Baum, der am Montag auf der Freifläche neben der Schule als Symbol für diese Aktion gepflanzt worden war, einen Namen zu geben.

Mit unseren Aktionen, so Steinecke, "wollen wir dazu beitragen, dass kein Kind mehr in den Krieg ziehen muss". Für das Geld, mit dem bislang Waffen finanziert würden, "sollten wir doch lieber Spielplätze bauen".

Ein Wunsch, den die Gymnasiasten gestern mit lautem Applaus bestätigten.