Genthin l Die Ideen hat er längst in seinem Kopf. Jetzt wartet Alexander Otto auf den 2. September. An dem Montag beginnt der Genthiner Student ein Praktikum in der Stadtverwaltung. Zu seinen Aufgaben zählt, das Leitbild "Genthin 2020" voranzutreiben.

Junge, qualifizierte Leute in der Stadt zu halten oder sie zurückzuholen, ist das Ziel des Jugendprojekts "Genthin 2020", hinter dem sechs Jugendliche und junge Erwachsene aus der Stadt stehen. Einer von ihnen ist Alexander Otto. Er studiert an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität Bildungswissenschaft und Sozialwissenschaften und beginnt am 2. September sein Praktikum in der Genthiner Stadtverwaltung.

Er freut sich riesig auf seine Aufgabe im Rathaus. Dort beschäftigt er sich mit Projektentwicklung und Personalmanagement. "Das sind auch die Schwerpunkte meines Studiums." Außerdem lernt Alexander Otto die allgemeine Verwaltung kennen und möchte hier und da Thomas Barz über die Schulter schauen.

Den Bürgermeister hat er als sehr sympathisch kennengelernt. Ein Pluspunkt heimste er ein, in dem er die Jugendlichen selbstständig arbeiten lässt. "Das freut uns natürlich."

Thomas Barz auf der anderen Seite verspricht sich viel vom Einsatz des jungen Mannes. Dazu gehören neue Akzente für die Stadt und Denkanstöße. "Je älter man wird, um so schwerer fällt es einem, sich in die Jugendlichen reinzuversetzen", sagte der Stadtchef. Außerdem sei es eine Möglichkeit, junge Leute für Kommunalpolitik zu begeistern, ihnen zu zeigen, dass das nichts mit langweilig zu tun hat. Über das Praktikum erhielte das Team zudem eine vernünftige Arbeitsgrundlage, setzte Thomas Barz hinzu.

Gerade auf diese Aufgabe freut sich Alexander Otto besonders. "Ich habe schon alles in meinem Kopf und warte gespannt auf den 2. September." Und er ist auch gespannt, welche Hürden sich ergeben, wenn er seine Ideen in die Praxis umsetzen will.

In der nächsten Woche trifft sich das 2020-Team das nächste Mal mit dem Bürgermeister. Wenn alle Inhalte festgezurrt sind, soll das Projekt auch öffentlich vorgestellt werden. Ein Internetauftritt gehört unter anderem dazu. "Wenn jemand Vorschläge hat, freuen wir uns. Wir sind für jede Hilfe dankbar." Zu den Angesprochenen werden auch Genthiner Unternehmen zählen, da das Projekt auch Sponsoren benötigt. Insgesamt 400 Stunden muss Alexander Ottos Praktikum umfassen. Er ist den gesamten September im Rathaus und bis Ende Dezember so oft, wie es sein Studium in Magdeburg zulässt.

In einem Jahr wird Alexander Otto selbst so ein junger, qualifizierter Mensch sein, der in der Stadt gehalten werden soll. Er möchte gern bleiben. Familie und Freunde lebten hier, sagt er. Aber er macht auch keinen Hehl daraus, dass er sich einen "attraktiven Job" nach Studienabschluss wünscht. Ob es den für einen Akademiker in der eher industriell geprägten Stadt geben wird, sieht er realistisch: "In einer größeren Stadt wie Magdeburg bestehen wohl mehr Chancen".