Auf der Fähre Ferchland-Grieben gibt es neue Gesichter, während alt bekannte künftig nur noch ab und zu zu sehen sein werden. Peter und Christa Hausmann sind in den Ruhestand verabschiedet worden - mit gemischten Gefühlen, denn ein wenig Bedauern ist auch dabei. Sie haben gern hier Dienst getan.

Ferchland l So "sang- und klanglos" hat Bürgermeisterin Jutta Mannewitz die beiden nicht gehen lassen. Mit mehreren Mitarbeitern des Gemeindeamts und dem stellvertretenden Ratsvorsitzenden Werner Meier "rückte sie an", als symbolische Abschiedsgeschenke Blumen, Gießkannen und Blumenzwiebeln für den Garten, für den die beiden ja nun mehr Zeit haben, im Gepäck.

An den 9. April 2011 erinnerte Jutta Mannewitz, jenen Tag, an dem die Fähre wieder eingeweiht wurde, und betonte: "Ohne dass Peter Hausmann ¿ja\' gesagt hätte, wäre der Beschluss sprichwörtlich ins Wasser gefallen!" Denn die Suche nach Fährführern war damals sehr schwierig. Und Hausmann war eigentlich schon fast Rentner.

"Es ging aber nur als Team: Peter und Christa", fügte die Bürgermeisterin an. Seine Frau kam also mit, kümmerte sich ums Kassieren "und war stets bedacht, dass sich die Kasse der Gemeinde füllt."

Für Peter Hausmann kam die Verabschiedung kurz vor seinem 67. Geburtstag. Christa Hausmann wird am 29. Dezember 67. "Es war eine wunderbare Zeit, die wir hier auf der Fähre verbracht haben", sagt sie und meint: "Schade, dass wir schon so alt sind, sonst wären wir noch lange geblieben."

Peter Hausmann war seit 1962 auf dem Wasser. Er war als Bootsmann in die Lehre gegangen und hat später die Elbe von Dresden bis Hamburg und die angrenzenden Kanäle befahren. Von 1971 bis 1979 war er sogar im Hamburger Hafen beschäftigt und kam nur auf Besuch heim nach Ferchland. Seine Frau konnte dorthin, in den Westen, ohnehin nicht mit. Sie hatte hier ihre Arbeit, war Betriebsleiterin im Abrechnungszentrum für Verkaufsstellen in Genthin.

Als die Fährverbindung Ferchland-Grieben im Jahr 1998 wieder eingerichtet wurde, hatte Peter Hausmann das neu gebaute Fährschiff von der Werft Tangermünde abholen dürfen. Damals hatte die QSG noch die Regie für die Fähre. Als diese später privatisiert wurde, verlor Peter Hausmann seinen Job als Fährführer. Wiedergekommen ist er 2011 gern.

Schön sei auch die Arbeit im Team gewesen, betonen die beiden. Dieses wird nun "verjüngt": Gleichzeitig ist Patrick Bathe als Fährmann-Anwärter begrüßt worden. Der 26-Jährige war vorher Anlagenfahrer im Waschmittelwerk Genthin und absolviert nun die Ausbildung, damit er die Fähre künftig selbst fahren kann.

Auch eine neue Fährfrau wurde in diesem Rahmen offiziell begrüßt: Annegret Busch. Sie hatte bereits am 26. August ihre Arbeit hier aufgenommen. Annegret Busch kommt aus Derben, ebenso wie Carmen Martins, die bisher gelegentlich zur Urlaubsvertretung auf der Fähre war und nun gleichfalls fest angestellt ist.