Einen großen Konzertabend gab es am Sonntag in der St. Trinitatiskirche in Genthin. Chöre, Ensembles und Solisten aus der Region stellten sich in den Dienst der guten Sache. Mit dem Konzert sammelte der Rotary Club Burg-Genthin Geld für ein Bildungsprojekt in Tansania.

Burg/Genthin l "Danke, dass du für mich da bist", gab der Chor des Genthiner Bismarck-Gymnasiums gleich zu Beginn des Benefiz-Konzerts ein Thema des Tages vor. Im ersten Teil des Konzertes dominierten oft schwungvolle Gospelklänge wie "Oh Happy Day", sodass binnen weniger Minuten der Funke der Lieder auf das Publikum in der bestens besuchten St. Trinitatiskirche in Genthin übersprang.

Den Gospels und Spirituals haben sich auch die Studenten der Theologischen Hochschule Friedensau verschrieben. Bei "Freedom is coming" beeindruckte das stimmungsvolle Wechselspiel der tiefen Männer und hohen Frauenstimmen. Bereits im ersten Teil des Abends gab es mit den Auftritten des Saxophonisten Sully Sanon aus Haiti und der Sängerin Hope Nabukenya aus Uganda zwei besondere Glanzlichter. Sully Sanon präsentierte eine jüdische Volksweise. Die Stimme Hope Nabukenyas kann man schon als berühmt und bewundert im Jerichower Land bezeichnen. Reihte sie sich zunächst in den Bismarck-Chor ein, setzte sie besondere Akzente mit ihrer Interpretation des Bette Midler-Klassikers "From a distance", der daran erinnert, dass aus der Entfernung alles harmonisch aussieht, auch wenn es das oft in Wirklichkeit nicht ist. Hatte die Sängerin hier bereits ihr Publikum mitgerissen, herrschte atemlose Stille und gebanntes Zuhören als sie "Amazing Grace" intonierte und die Besucher mit einem echten Gänsehaut-Moment in die Pause entließ. Im zweiten Teil gab es mit einem musikalischen Auftritt syrischer Gäste eine spontan eingefügte Überraschung für die Besucher.

"Jeder Euro geht tatsächlich in die Bildung von Massai-Kindern."

Peter Ewert, Rotary-Präsident

Zu den Klängen des folkloristischen Saiteninstrumentes Saz präsentierten sie einen Tanz aus ihrer Heimat. Einen spannenden Kontrast dazu bot das Trinitatis-Ensemble mit dem Concerto C-Dur von Antonio Vivaldi. Der Rest des Abends gehörte den Kirchen-Ensembles. Die Genthiner und Burger Kantorei, sowie der Chor der Neuapostolischen Kirche Genthin wechselten sich ab und boten geistliche Gesänge, von denen "Jesus bleibet meine Freude" und "Allein Gott in der Höh sei Ehr", die wohl bekanntesten Stücke waren.

Zum größten Chor Genthins vereinten sich die Ensembles und Zuhörer beim Stück "Geh aus mein Herz und suche Freude", dass alle gemeinsam sangen. Es war ein großer, ein würdiger Konzertabend, den die Ensembles der Region gestaltet haben. Besonders die Chorleiter Anke Held (Gymnasium), Cornelia Frenkel (Burg), Gottfried Spiegel (Genthin), Andreas Plancke (NAK-Chor) und Timothy Nyakego (Friedensau) bewiesen große Übersicht bei der Leitung der Chöre. Als "Strippenzieher" im Hintergrund sorgte Wilfried Werner für eine reibungslose Organisation. Rotary-Gemeindienst-Leiter Peter Meyer informierte über die Arbeit des Rotary-Clubs, der Projekte in der Region, wie auch internationale Aufgaben unterstützt. Unter anderem die Ausrottung der Polio und den Wiederaufbau im Katastrophengebiet Nepal. Am Ende des Konzertes konnte Club-Präsident Peter Ewert die stolze Summe von mehr als 2500 Euro als Spendenerlös verkünden. "Jeder Euro geht auch tatsächlich in die Bildung von Massaikindern", versprach Ewert. Seit gut vier Jahren unterstützen die Clubmitglieder mit solchen Spendenaktionen das Projekt "Ein Lehrer für Tansania". Dr. Stephan Höschele von der Theologischen Hochschule Friedensau erläutert: "Mit dem Geld wird ein Lehrer bezahlt, der die Kinder auf die Grundschule vorbereitet." Das Volk der Massai macht etwa drei Prozent der Einwohner Tansanias aus. Die meisten Massai können weder lesen noch schreiben, auch die offizielle Landessprache beherrschen sie oft nicht. Dadurch bleiben sie beruflich zurück und müssen sich mit dem kargen Erwerb aus der Landwirtschaft ernähren. Das Projekt schafft hier Abhilfe. "Bislang sind bereits mehr als 50 Kinder so vorbereitet worden, dass sie die Grundschule besuchen können", beschreibt Höschele erste Erfolge. Mit dem Geld aus dem Konzert in Genthin könne diese Arbeit auch in Zukunft fortgesetzt werden.

Eine Wiederholung des Kirchenkonzertes im kommenden Jahr wird es wohl nicht geben. "Es ist zwar noch offen, aber ich bin eher für den Zwei-Jahres-Rhythmus", sagt Ewert. Im vergangenen Jahr sind bei einem Benefizkonzert mit der Band "Schmerzlos" in der Burger Stadthalle über 3000 Euro für das Lehrer-Projekt zusammengekommen.

   

Bilder