Vorsichtig befreien Forscher Knochen und Scherben von Erdresten. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geheimnisse der archäologischen Funde der Wehranlage bei Göddeckenrode zu enthüllen.

Göddeckenrode l Auf der jungbronzezeitlichen Wehranlage bei Göddeckenrode/Isingerode ist mit der Bergung der im Sommer 2012 entdeckten und als Block eingefassten Funde mittlerweile begonnen worden. Dicht beieinander liegen mehrere Knochen vom Rind, ein Unterkiefer vom Schwein und einige größere Gefäßscherben von unterschiedlichen Haushaltsgefäßen.

"Wir müssen das Grabungs- und spätere Untersuchungsergebnis abwarten. Vielleicht nahmen die Menschen damals an dieser Stelle eine Kulthandlung vor."

Wolf-Dieter Steinmetz, Grabungsleiter

"Speiseabfälle sind kleiner", erläutert die Anthropologin und Archäozoologin Dr. Silke Grefen-Peters hierzu. Diese Aussage macht die weiteren Grabungen und Fundbergungen sowie die daraus gewonnenen Erkentnisse noch spannender.

Die Archäozoologin aus Braunschweig hat bereits mehrfach archäologische Knochenfunde von dieser Grabungsfläche bestimmt. "Wir müssen das Grabungs- und spätere Untersuchungsergebnis abwarten. Vielleicht nahmen die Menschen damals an dieser Stelle eine Kulthandlung vor", teilt Wolf-Dieter Steinmetz aus Wolfenbüttel mit. Er leitet die Grabungen.

Um diese Funde aus dem 9./10. Jahrhundert vor Christi legen der Restaurator Sven Spantikow und Praktikantin Stefanie Wojtalla , sie studiert im fünften Semester, nach längeren Feinarbeiten eine Manschette aus Gips und Mull um den jeweiligen Fund. "Die Arbeiten sind schwierig und langwierig", erklärt der Restaurator.

Während weitere freiwillige Helfer auf der Isiburg-Grabungsfläche an anderen Stellen nach Funden suchen und überall Restarbeiten erledigen, beseitigt Manfred Bolluck aus Groß Denkte ebenfalls mit größter Vorsicht die Erde von den Knochen und Gefäßresten. Wenn es möglich ist, wird eine Manschette auch um zwei prähistorische Fundstücke gelegt. "Anschließend heben wir mit einem kleinen Spachtel den umwickelten und somit stabilen Gegenstand vorsichtig an", erklärte Sven Spantikow.

Alle Funde werden vorher akribisch fotografiert und gezeichnet. Den tiefer liegenden Graben datieren die Archäologen in das 11./12. Jahrhundert vor Christi. Bis die gesamte, in einzelne Abschnitte zerlegte, Blockbergung erfolgt ist, vergehen noch weitere Wochenenden, kündigen die Experten an.