Erxleben ist um eine Attraktion reicher. Über der Adler-Apotheke befindet sich nun ein Apothekenmuseum mit einer angeschlossenen Technikecke. Eröffnung war am vergangenen Freitag.

Erxleben l Andreas Wolff, Chef der Adler-Apotheke, hat die Leidenschaft des Sammelns von historischen Gegenständen von seinem Vater Klaus vererbt bekommen und sich entschieden, ein Museum zu eröffnen. "Ich finde, es passt, unten die moderne Apotheke und hier oben das Museum", meinte der frisch gekürte "Museumsdirektor" Wolff. Neben Bürgermeister Klaus Busse waren zahlreiche Interessierte zur Eröffnung erschienen.

Am Anfang steht eine Führung mit dem Beamer

Andreas Wolff begrüßte seine Gäste mit einem Willkommensgetränk und zeigte dann mit Hilfe einer Beamerpräsentation die einzelnen Abteilungen des Museums. "Der erste Teil besteht aus den Sammlerstücken meines Vaters, die erstmals öffentlich zugänglich sind. Hier befinden sich Exponate der Medizintechnik und der Krankenpflege von 1605 bis zur Wende", erläuterte er.

Im zweiten Teil befinden sich Gegenstände der Adler-Apotheke. Diese feierte im Jahre 2007 ihr 175-jähriges Bestehen und kann mit historischen Materialien aufwarten. Im dritten Teil hat Andreas Wolff seine Sammlerleidenschaft verwirklicht. Hier befindet sich seine Techniksammlung, die Fotoapparate - von 1903 bis zum Jahr 2000 - Phonogeräte, Schreibmaschinen, unter ihnen eine Reiseschreibmaschine der Firma "Erika" sowie die letzte Computertechnik der DDR beinhaltet. Besonders stolz ist er auf den DDR-Schülertaschenrechner SR1, den es staatlich gestützt für über 100 DDR-Mark mit Bezugsschein gab. "Und der funktioniert heute noch mit der ersten Batterie", erklärte Wolff. "Sie werden sich fragen wie ein Apothekenmuseum mit dieser Technik zusammenpasst. Hier werden die Gegensätze langlebiger Exponate, wie unter anderem eine Notfall-Feldapotheke aus dem Ersten Weltkrieg, im Gegensatz zur schnelllebigen Technik gezeigt", erläuterte er.

Das Museum, das nach Voranmeldung besichtigt werden kann, soll aber auch ein Mitmach-Museum werden. Hier können Besuchergruppen praktisch in die Geschichte der Pharmazie eintauchen und zum Beispiel selbst Salben mixen.

"Ich habe auch vorgesehen, medizinische Vorträge für interessierte Bürger zu halten", meinte Andreas Wolff, bevor er zu einem Rundgang durch die Räume einlud.