Vorrangig um Transportleistungen auf der Schiene und um die Abbauproblematik ging es, als Landrat Hans Walker kürzlich mit der Einheitsgemeindeverwaltung Unternehmen der Region Weferlingen besuchte.

Weferlingen l Auf Stippvisite in der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen war Landrat Hans Walker nicht zum ersten Mal. Doch vor kurzem waren hauptsächlich Betriebe Anlaufpunkte seiner Kennlern-Tour.

Im Weferlinger Quarzwerk werden seit 1925 Quarzsande abgebaut. Nach ihrer Aufbereitung entstehen 20 verschiedene Produkte. "In ruhiger und sachlicher Atmosphäre haben wir die nicht ganz konfliktfreie Abbauproblematik vor Ort erörtern können", sagte Peter Schorlemmer, Wirtschaftsförderer der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, in Auswertung des Besuches.

Lappwaldbahn ist bereit, mehr Güter zu transportieren

Einen weiteren Anlaufpunkt der Besuchsreise bildete das Kalksteinwerk Walbeck der Hermann Wegener GmbH und Co. KG. Kalkstein wird als Roh- und Hilfsstoff bei der Herstellung von Zement, Stahl und Glas eingesetzt.

Weitere Einsatzmöglichkeiten liegen in der Baustoffindustrie, zum Beispiel für Asphalt und Beton, im Straßen- und Tiefbau sowie im Bereich der Land- und Forstwirtschaft.

Was beide Unternehmen vereint, ist aufgrund des abgebauten und aufgearbeiteten Materials ein hohes Aufkommen an Transportleistungen, die gegenwärtig vorrangig durch Lkw auf der Straße realisiert werden. Zumindestens einen Teil davon auf die Schiene zu bekommen, ist ein Ziel der Einheitsgemeinde.

Darum war im Anschluss auch die Lappwaldbahn GmbH mit Sitz in Weferlingen noch ein weiteres Ziel des Landrat-Besuches, an dem übrigens auch der Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens, gleichzeitig Vorsitzender des Umwelt- und Wirtschaftsausschusses des Kreistages, teilnahm. Er regte an, eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses nach Weferlingen zu verlegen, um den Mitgliedern vor Ort die Quarzwerke vorzustellen.

Das Ziel, mehr Güter auf die Schiene zu bringen, vereinte alle Teilnehmer. Politiker wie die Vertreter der Wirtschaft betonten ihre Bereitschaft, sich für den umweltfreundlicheren Transport mit der Bahn einzusetzen.

Auf der Suche nach finanziellen Mitteln zur Sanierung

Gerade in Richtung Haldensleben müsse allerdings an der Streckensanierung gearbeitet werden, fasste Peter Schorlemmer das Ergebnis der Gespräche bei der Lappwaldbahn zusammen. In Richtung Helmstedt gehe es bahnseitig auf die 400000 Tonnen im kommenden Jahr zu, in Richtung Haldensleben gebe es in jedem Fall Nachholbedarf.

Manfred Behrens versprach, sich nach möglichen Fördermitteln für eine Streckensanierung zwischen Weferlingen und Haldensleben zu erkundigen, die das Privatunternehmen allein nicht schultern könnte.

"Wenn sich das rechnen würde, wären auch die Quarzwerke bereit, ihre Güter vermehrt auf die Schiene zu bringen", fasste Peter Schorlemmer die Aussagen der Teilnehmer vor Ort zusammen. In den Glaswerken Haldensleben und Osterweddingen habe das Unternehmen Abnehmer, die von einem Transport auf der Schiene profitieren könnten.

Was fehle, sei noch eine geeignete Verladestation in der Kreisstadt, betonte Peter Schorlemmer. Doch wenn damit ein Teil des Lkw-Verkehrs von der Straße geholt werden könne, sollte man die umweltfreundlicheren und effektiveren Transportmöglichkeiten der Bahn in jedem Fall vorantreiben.