Mit einem gemütlichen Beisammensein ließen die Mitglieder des Haldensleber Vereins zur Förderung der Kultur- und Heimatpflege in der Kulturfabrik das Jahr ausklingen. Für Musik sorgte die Klezmergruppe der Kreismusikschule.

Von Mandy Ganske-Zapf

Haldensleben l "Das Vereinsjahr hatte es in vielerlei Beziehungen in sich." Mit diesen Worten begrüßte Vorsitzender Fritz Bruhnke die etwa 40 anwesenden Mitglieder des Haldensleber Vereins zur Förderung der Kultur- und Heimatpflege in der Kulturfabrik, und so war es an den einzelnen Gruppen des Heimatvereins, Rückschau auf ihre Aktivitäten im Jahr 2011 zu halten. Denn der Verein besteht aus vielen Arbeitsgruppen und Freundeskreisen sowie aus zwei Ortsgruppen, in denen sich insgesamt 153 Mitglieder organisieren. Und so war zu hören, dass die Aquarienfreunde wieder interessante Abende mit Referenten zu verschiedenen Themen der Unterwasserwelt zu bieten hatten. Auch die Leseabende mit Ehrenmitglied Erhard Hampel wurden hervorgehoben. Einmal monatlich lud Hampel auch in diesem Jahr zu Nachmittagen in den literarischen Welten von Strittmatter, Lentz, Kästner oder Oscar Wilde ein. Und literarisch war es auch, als sich die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Kultur- und Heimatpflege an den 3. Stadtliteraturtagen in Haldensleben beteiligten: Erhard Hampel brachte sich hier ebenso ein wie Martina Wiemers, Herta Suppe und Karoline Ulm. Und Fritz Bruhnke hat auch im Jahr 2011 die Vorlesewettbewerbe für die sechsten Klassen organisiert.

Wird über den Heimatverein gesprochen, führt auch an der Haldensleber Künstlergilde rund um Dr. Hans-Joachim Büchel und Jochen P. Heite als künstlerischen Leiter kein Weg vorbei. Die Jahresausstellung in der Kulturfabrik zeigte 150 Exponate. Gut kam auch die Ausstellung "Mal\' dies, mal\' das! - 20 Jahre Genthiner Kunstverein" an, bei der 24 Künstler aus dem Jerichower Land anlässlich ihres Jubiläums in Haldensleben ausgestellt hatten - zur Freude der Künstlergilde.

Dass neben Kunst und Literatur auch eine Gruppe der Kammermusikfreunde im Verein vertreten ist, die seit 40 Jahren aktiv ist, wurde an diesem Abend ebenfalls hervorgehoben, genauso wie die vielen Vorträge der Rosenfreunde rund um die schöne Blume, aber auch zu anderen Themen aus der Pflanzenwelt. Das Turmtheater, ebenfalls eine künstlerische Gruppe innerhalb des Vereins, spielte sich wie eh und je in die Herzen der Zuschauer.

Und die Gymnastikgruppe des Alsteinklubs sowie die Seniorensportgruppe Althaldensleben konnten ebenfalls auf ein aktives Jahr zurückblicken. Fritz Bruhnke zeigte sich zufrieden, dass sich die Gruppen dank dieses großen Engagements so gut halten, "insbesondere vor dem Hintergrund, dass es schwer ist, junge Leute als Nachwuchs zu finden". Das Turmtheater bringe einige in den Verein hinein, aber es könnten viel mehr sein, findet der Vorsitzende.

Bruhnke begrüßte die eigenständige Arbeit in den beiden Ortsgruppen in Althaldensleben und Walbeck. Zugleich stellt nicht nur er die Frage, wie die vielen Mitglieder in den einzelnen Gruppen noch stärker zusammengeführt werden könnten. Der Vorstand hat dafür rein formal ein Zeichen gesetzt, indem erstmalig Mitgliedskarten ausgegeben wurden, die mit dem neuen Vereinslogo versehen sind. Damit sollen sich die Vereinsfreunde nicht nur ihren Gruppen sondern auch dem Verein insgesamt zugehörig fühlen, und die Karte ist wichtig, um alle Vergünstigungen, die der Verein und die Kulturfabrik als dessen Sitz bieten, in Anspruch zu nehmen, wie Bruhnke erklärt. Er sei froh, dass der Verein mit der Kulturfabrik so "ein schönes Domizil" habe.

Für Mitglieder ohne Gruppe Gelegenheit, sich zu beteiligen

"Leider haben wir aufgrund der Struktur unseres Vereins sehr wenig Gelegenheit zu gemeinsamen Unternehmungen",sagte Bruhnke. Er hoffe, dass einerseits mit dieser Jahresabschlussfeier ein Rahmen für die persönliche Begegnung zwischen den Gruppen geschaffen würde. Andererseits habe sich der Verein vorgenommen, für das kommende Jahr eine gemeinsame Fahrt zu organisieren - als Angebot für alle Mitglieder, gruppenübergreifend. Das Kunstmuseum in Halle könne ein mögliches Ausflugsziel sein. Aber dazu reifen die Überlegungen noch. Dabei hat sich der Verein in den vergangenen drei Jahren, seit Vorstand und Struktur des Vereins neu formiert wurden, schon gut entwickelt, versichern Mitglieder im Gespräch mit der Volksstimme. Und Veranstaltungen wie diese Abschlussfeier böten etwa auch Mitgliedern eine Chance, am Vereinsleben teilzunehmen, die zum Beispiel aus zeitlichen Gründen in keiner der Gruppen organisiert sind.

Davon waren an diesem Abend einige gekommen, und alle gemeinsam genossen in zwangloser Atmosphäre das Büfett und die gebotene Musik. Die Klezmergruppe von Armin Hartwig, Direktor der Kreismusikschule Wolmirstedt-Haldensleben, war vom Verein eingeladen worden und hat eine Reise durch die Welt traditioneller jüdischer Musik arrangiert, mit Liedern wie "Tsen Brüder", "Yankele" oder "Grine Kuzine". Dafür gab es kräftigen Applaus.

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