Udo Koch aus Flechtingen ist von einem Afrika-Einsatz zurückgekehrt. In Kenia hat er mitgeholfen, ein Kinderheim in Shinyalu einzurichten.

Flechtingen/Shinyalu l Udo Koch ist kein Afrika-Neuling. Ein paar Jahre lang unterstützte er ein Projekt mit Kinderheim und Bibelschule in Namibia, baute dort beispielsweise eine Pflanzenkläranlage mit auf, in der die Fäka-lien gefiltert werden, damit sie das Grundwasser nicht verseuchen. Dort ist seine Hilfe inzwischen nicht mehr nötig.

Als er jedoch zu einer Hochzeit einer einheimischen Mitarbeiterin des Kinderheimes in Namibia eingeladen war, lernte er Sabine Kerstan, eine junge Deutsche, kennen, die gerade dabei war, mit anderen ein Kinderheim mit Vorschule in Kenia aufzubauen. Udo Koch war sofort Feuer und Flamme, dabei könnte er doch helfen. Das wäre eine neue Aufgabe.

Inzwischen ist er Mitglied des Vereins Hilfsprojekt Little Prinz Kenya und war gerade ein paar Wochen in Shinyalu, um dort mitzuhelfen, dass das Kinderheim im Januar seine Arbeit aufnehmen kann. Die ersten beiden Kinder, ein fünfjähriges Mädchen und ein zweijähriger Junge, sind bereits da und werden betreut. 20 Kinder im Vorschulalter sollen in diesem Heim zunächst aufgenommen und betreut werden. Für Kinder im Schulalter gebe es in Kenia eher Heime, sagt Udo Koch. Deshalb sollen Kinder etwa bis zum sechsten Lebensjahr aufgenommen werden. Finanziert werden muss das ganze Projekt über Spenden.

Sabine Kerstan und Sabine Kapell engagieren sich seit Anfang 2009 in Kenia für vernachlässigte und hilfsbedürftige Kinder. Ihre Erfahrungen haben dazu geführt, dass die jungen Frauen aus Deutschland den Verein Little Prinz gegründet haben, um ein Kinder- und Waisenhaus aufzubauen. Die jungen Frauen, ein weiterer Mann und der Flechtinger haben jetzt das Haus bezugsfertig gemacht.

Ein Australier hatte das in sich geschlossene Objekt mit Innenhof am Rande des Dorfes Shinyalu gebaut und dem jungen Verein einschließlich Grund und Boden verkauft. Die Deutschen haben das Haus fertig eingerichtet, Elektro- und Wasserversorgung erneuert oder repariert, den Innenhof hergerichtet und einen Spielplatz für die Kinder gebaut.

Die Männer haben verwilderte Bananenstauden gerodet und das Land urbar gemacht, so dass hier in einem neuen Gemüsegarten jetzt Gurken, Zucchini, Möhren und Kürbisse wachsen. Bisher gab es zwar auch schon einige Beete, aber auch sie waren etwas verwildert.

"Wasser gibt es hier genug, so wächst das Gemüse sehr gut", erzählt Udo Koch. "Das Dorf ist nur fünf Kilometer vom Regenwald entfernt und liegt in der Nähe des Äquators." Es habe jeden Nachmittag geregnet, erzählt der Flechtinger. Das Regenwasser wird aufgefangen, gespeichert und gefiltert für den Verbrauch. Eine kleine Solaranlage sichert die Stromversorgung. Jetzt soll das Grundstück konsequent genutzt werden. Das bedeutet aber auch, dass ständig Spenden gebraucht werden. Der Heimleiter, eine Betreuerin für die Kinder und der Koch - alle aus Kenia - müssen Lohn bekommen. Zwei Kenianer arbeiten für Essen und Unterkunft. Die Kinder müssen essen, brauchen medizinische Betreuung und etwas anzuziehen.

Neben der Betreuung von Waisen- und Halbwaisenkindern haben sich die Vereinsmitglieder außerdem vorgenommen, den Menschen zu helfen, deren Füße von Sandflöhen völlig kaputt sind. Auch Udo Koch war jetzt bei seinem Aufenthalt in Kenia mit zu kleinen Siedlungen, um dort Menschen die Füße zu säubern und sie mit Medikamenten zu behandeln.

"Wir hoffen, dass viele, die das Projekt unterstützen wollen, in den Verein eintreten", sagt Udo Koch. Der Mindestbeitrag liegt bei einem Euro je Monat. Hilfsbereite können aber auch die Patenschaft über ein Kind übernehmen, das wäre für einen Euro pro Tag möglich. Außerdem können auch Spenden in jeder beliebigen Höhe überwiesen werden.

Spenden können für den Verein Little Prinz Kenya eingezahlt werden auf das Konto 1619884, BLZ 58691500, bei der Volksbank Eifel Mitte.