Die Wassertourismussaison 2013 an der Havel ist offiziell eröffnet. Mit einer Flussfahrt von Strodehne in Richtung Havelberg gab die Wassertourismusinitiative Flusslandschaft Untere Havelniederung F.U.N. gestern den Auftakt.

Havelberg/Strodehne l Die ersten freudigen Gesichter machten gestern Nachmittag die Strodehner. Denn an ihrer nagelneuen Dampferanlegestelle hatte als erstes Schiff überhaupt das MS "Müggelsee" angelegt. "Ein paar kleine Restarbeiten sind hier aber schon noch zu erledigen, bis der Anleger auch ganz offiziell seiner Bestimmung übergeben werden kann", hieß es. Er werde den Buga-Standort 2015 touristisch weiter aufwerten. "Auch wenn die Wassertouristen, gemessen an der Gesamtzahl der zu erwartenden Bundesgartenschaubesucher, nur ein Prozent ausmachen dürften, ist das für die Havelwasserstraße letztlich doch eine ganze Menge", findet Mike Stampehl, Vorsitzender des Beirates der FUN-Initiative. "Der Fluss als Transportweg soll sich für diese Gäste dann auch ungeheuer interessant zeigen", sagt er. "Das alles muss gründlich vorbereitet sein."

Unter anderem soll dazu die "Gelbe Welle" dienen, die Stampehl seinen Ausflugsgästen auf der Havel näher erläuterte. Diese signalisiert den Wasserwanderern beziehungsweise Freizeitkapitänen an immer mehr Standorten ein "Herzlich willkommen". In naher Zukunft soll ergänzend dazu ein einheitliches Informations- und Leitsystem wertvolle Hinweise auf dem Wasser und an Land bieten. In der Havelberger Region würde dieses dann zum Beispiel auch auf den Bootsanleger im Vehlgaster Altarm hinweisen, der dort noch in diesem Jahr entstehen soll.

"Auf der Havel bleibt keiner mehr irgendwo hängen"

Mike Stampehl, Beiratsvorsitzender der FUN-Initiative

Aber auch 2013 hat der Fluss zwischen Brandenburg und Havelberg bereits eine ganze Menge zu bieten. "Auf der Havel bleibt keiner mehr irgendwo hängen, an keinem Wehr und an keiner Schleuse - der Fluss ist durchweg befahrbar und darüber hinaus natürlich ein echtes Naturerlebnis", erklärt der Gastgeber. In der Flusslandschaft seien Seeadler, Biber und Fischotter ebenso zu Hause wie eine bemerkenswerte Vielfalt an Fischen, Insekten und Pflanzen. Eines der größten europäischen Flussrenaturierungsprojekte werde in den nächsten Jahren deren Lebensraum noch weiter verbessern. Altarme sollen angeschlossen, Uferbefestigungen zurück gebaut, alte Flutrinnen aktiviert und Fischwanderhilfen errichtet werden. Die Havel werde damit lebendiger und noch attraktiver für den Wasserwanderer.

Das Wassersportrevier "Flusslandschaft Untere Havelniederung", für das sich die Initiative engagiert, ist übrigens Teil der Havelländischen Fluss- und Seenlandschaft mit direkter Verbindung zur Elbe sowie zu einem weiteren Revier: den "Potsdamer und Brandenburger Havelseen".

Die Flusslandschaft Untere Havelniederung ist mit gut 18700 Hektar das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas und Teil des Naturparks Westhavelland sowie des Biosphärenreservats Mittelelbe.

Revier ist größer, als man denkt

"Die weitverzweigte Havel lädt dazu ein, entdeckt zu werden. Hier kann man noch auf Boots- oder Kanutour inmitten intakter Natur gehen. Die zahlreichen Flussverzweigungen und Seen vergrößern das befahrbare Revier um ein Vielfaches", wirbt Stampehl.