Zu einer Ausbildung fernab vom militärischen Alltag sind die Angehörigen des in der Havelberger Elb-Havel-Kaserne beheimateten Panzerpionierbataillons 803 am Donnerstag ausgerückt.

Havelberg l Es ging auf das Gelände des Wasserübungsplatzes in Nitzow. Und wie es sich für einen Soldaten gehört, wurde für den "Ausflug" auch fast die gesamte persönliche Ausrüstung mitgenommen.

Streng geheim!

"Fragen Sie mich nicht, was hier heute so alles passiert. Ich hab\' absolut keine Ahnung", stellte der Presseoffizier des Panzerpionierbataillons Oberleutnant Mario Dabrowski gleich zu Beginn des Pressetermins in Nitzow klar. "Bis zuletzt haben die vier Kompanien alles streng geheim gehalten", erklärte er. Es sei wirklich nichts durchgesickert. Auch zu ihm nicht.

Hintergrund: Jede Kompanie hatte die Aufgabe, sich für diesen Tag jeweils zwei Stationen auszudenken, an denen die Soldaten dann verschiedene Aufgaben erfüllen mussten. Aufgaben, die nicht unbedingt zur militärischen Ausbildung dazu gehören. "Damit möchten wir zu Altbewährtem zurückkehren", kündigte Bataillonskommandeur Oberstleutnant Oliver Esdar an. Denn vor einer ganzen Reihe von Jahren hatte es für die Angehörigen des Bataillons immer am Donnerstag vor dem Havelbiwak einen Soldatentag gegeben, an dem sie in verschiedenen Wettbewerben ihre Kräfte maßen. "Diese alte Tradition wollen wir mit dem heutigen Tag wieder aufleben lassen, denn der Dienst bei der Bundeswehr soll auch mal so richtig Spaß machen", sagte Oliver Esdar.

Somit hielt der vorgestern neu ins Leben gerufene Pionierwettbewerb auf dem Übungsplatz für die Teilnehmer viele Überraschungen bereit. Vor allem spaßiger Art. In der Gruppe mit schweren Rucksäcken auf dem Rücken einen Fünftonner-Lkw zu ziehen, gehörte zum Beispiel ebenso dazu, wie ein Schlauchboot durch ein Kriechhindernis zu tragen, das Können beim Nageln und Baumstammsägen unter Beweis zu stellen oder einen Wall aus Sandsäcken zu bauen. Aber auch Dartpfeile auf Luftballons werfen und Äpfel schnellstmöglich aufessen mussten die Soldaten. Denn für die erreichten Zeiten gab es Punkte und diese wiederum wurden der Kompanie gutgeschrieben, für die die jeweilige Gruppe an den Start ging. Jede Kompanie stellte für den Wettbewerb übrigens zwei Gruppen mit je 20 Soldatinnen und Soldaten. Alle gaben ihr Bestes. Jeder für jeden. "Die Veranstaltung hat unsere Soldaten und damit die Kameradschaft in den vier Kompanien weiter zusammengeschweißt", freute sich Oberstleutnant Oliver Esdar. Bei der Auswertung am Abend konnte er dann der 4. Kompanie gratulieren, die als erste den extra für diesen Wettbewerb angeschafften neuen Wanderpreis in Empfang nehmen konnte. Dieser muss dann im nächsten Jahr verteidigt werden. Platz 2 erkämpften sich die Soldaten aus der 3. Kompanie.

Heute wird gefeiert

Gemütlich klang der Tag auf dem Wasserplatz aus: nämlich am Grill. Danach hatten es viele Soldaten eilig, nach Hause zu fahren. Denn der gestrige Tag war dienstfrei. Dafür kommen sie heute noch einmal nach Havelberg und bringen dann auch gleich ihre ganze Familie mit. Denn die Bundeswehr in Havelberg und die Stadt Havelberg laden ab 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür auf dem Wasserplatz in Nitzow ein. Dieser wird verbunden mit dem traditionellen Havelbiwak und einem Dankeschön an alle Fluthelfer. Die Organisatoren betonen noch einmal ausdrücklich, dass jeder, ob Jung oder Alt, zu der Veranstaltung willkommen ist. Unter anderem ist von der Kaserne aus ein kostenloser Busverkehr nach Nitzow eingerichtet.

   

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