Die Flut ist vorbei, doch die Spendenbereitschaft ist weiter ungebremst. Vielfältige Aktivitäten gibt es, um den Betroffenen zu helfen.

Elbe-Havel-Land l "Die ersten 30 Betroffenen in unserer Region haben die staatliche Fluthilfe jetzt ausgezahlt bekommen" informierte Verbandsbürgermeister Bernd Witt am Wochenende. Er selbst nahm eine Spende der AOK-Gesundheitskasse für die Verbandsgemeinde entgegen. Diese hatte unter ihren Geschäftspartern gesammelt, 3000 Euro waren zusammengekommen, erklärte Vorstandsbeauftragter Kay Nitschke.

"Die Hälfte ging nach Barby, die andere ins Elb-Havel-Land", ergänzte der Sandauer. Kay Nitschke hatte selbst in Sandau beim Deichbau mit Hand angelegt, seine Tochter über Facebook oft kurzfristig Helfer organisiert.

Dank statt Rechnung

In der Region gebe es viele Betroffene, erwiderte Bernd Witt, eine Kommission mit Bürgern aus allen Orten verteile die Spenden. Aktuell befinden sich um die 622000 Euro auf den Konten der Kommunen. Spenden kommen aus ganz Deutschland, oft von Bürgern, die mit der Region verbunden sind.

Beim Fuhrunternehmer Tino Brückner aus dem altmärkischen Baben begann die Verbundenheit während der Flut, er hatte mit seinem Lkw Sandsäcke zum Deichabrutsch nach Wulkau gefahren. "Mit 90 Stundenkilometern und 70 Tonnen Sand hinten drauf", blickte er zurück. Als einer der letzten war er noch über die Elbbrücke gekommen.

Statt einer Rechnung wollte er nur ein Dankeschön, als dieses ausblieb, ließ er sich doch die Unkosten erstatten. Von diesen 750 Euro kaufte er Spielgeräte für die Kamernsche Tagesstätte: Traktoren, Lkw, Bälle, Bagger, Dreiräder, Schaufeln und Wippe.

Beim MDR-Sommerfest hatten die Schönhauser ebenfalls eine Aktion für Flutopfer gestartet: Der Erlös vom Kuchenbasar sollte ihnen zufließen. Gebacken wurden 25 Sorten, auch vom Bäcker und der Elb-Havel-Werkstatt.

400 Euro klingelten am Ende in der Kasse, inklusive weiterer Spenden vom Fest, informierte Bürgermeister Alfons Dobkowicz auf Nachfrage. Die Kommune hat derzeit um die 86000 Euro auf ihrem Spendenkonto, 69000 Euro werden ausgezahlt, der Rest ist zweckgebunden.

Besuch hatte auch Andreas Engel in Kamern. Der Vorsitzende des Rassekaninchenzuchtvereins begrüßte den Landesvorsitzenden Mike Hennings aus Salzwedel und Dieter Schott, den Kreisvorsitzenden aus Osterburg. Das Büro des Vereins bei Kassenwart Erhard Michael war komplett geflutet, auch 15 Käfige schwammen im Wasser. Das nasse Papiergeld hatte der Kassierer danach auf der Leine getrocknet.

Sammlung beim Tanz

"Im Landesvorstand hatten wir 1200 Euro gesammelt, die nun an die betroffenen Vereine in Kamern und Wittenberg verteilt werden", erklärte Mike Hennings. Jeder bekommt 400 Euro. Je 150 Euro erhalten betroffene Mitglieder, es sind die Schönhauser René und Jens Kolrep.

Gleich zwei Spendentermine standen in Fischbeck bei der Feuerwehr am Sonnabend an. Zuerst kam eine Delegation aus Ribnitz-Damgarten. Die Wehr Damgarten organisiert jedes Jahr ein Bootsrennen der Marke Eigenbau, 1021,86 Euro waren zusammengekommen.

Der Förderverein der Wehr aus dem altmärkischen Bittkau hatte beim Tanzabend und durch weitere Spenden 700 Euro gesammelt. Und das, obwohl der Keller des Gerätehauses selbst geflutet gewesen war. Der Aktive Steven Gnahs, der in Fischbeck mit der Raupe bei der Deichverteidigung dabei gewesen war, hatte den Kontakt hergestellt.

"Wir wissen derzeit nicht, wie es mit unserer Feuerwehr hie weitergeht", informierte Wehrleiter André Köppe. Die drei Fahrzeuge stehen in einer privaten Scheune, die Ausrüstung hat jeder Aktive bei sich zu Hause. Das arg geflutete Gerätehaus wird abgerissen, ist nicht mehr nutzbar. Die Unterkunft soll an einer sicheren Stelle im Ort neu aufgebaut werden. In dieser Woche werden dazu weitere Gespräche stattfinden. "Wenn alles fertig ist, sind alle Spender herzlich eingeladen," so der Wehrleiter.

   

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