In einer Rekordzeit von nur drei Stunden wurde am Sonnabend bei glühender Hitze der Kreisfeuerwehrtag in Havelberg ausgetragen.

Havelberg l Es wurde eine Hitzeschlacht erwartet - und die Organisatoren um den Havelberger Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler reagierten umgehend: Das Wettkampfareal im Mühlenholz wurde von zwei auf vier Bahnen erweitert, vom Gastwirt Michael König aus Kamern orderte man zudem einen Kühlwagen für Getränke - den gab es sogar gratis. Die vier Bahnen erforderten natürlich mehr Personal - die Hauptlast trugen die Gastgeber, es halfen aber auch Aktive aus Warnau und Kuhlhausen.

Die Zeitnehmer wurden im fliegenden Wechsel eingesetzt - Ruhepausen gab es für sie und die Schreiber unterm schützenden Pavillon also kaum. Die Starts konnten somit fast im Minutentakt erfolgen: 23 Männer- und fünf Frauenmannschaften waren ins Mühlenholz gekommen. Um 13 Uhr war dennoch bereits Feierabend.

Dabei fanden eigentlich sogar gleich drei Wettbewerbe statt: Neben dem Kreisfeuerwehrtag und der anschließenden Gruppenstaffette der Frauen wurden parallel auch die Stadtmeisterschaften ausgetragen. Havelberg, Nitzow, und Vehlgast-Kümmernitz sowie Garz mit Männern und Frauen gingen dabei an den Start.

Als einziges Team im Starterfeld war Vehlgast-Kümmernitz mit einer alten Tragkraftspritze TS8 vertreten, zudem mit der vollen Schlauchlänge. Die Mannschaft war überdies die bei weitem älteste: Ihr Durchschnittsalter betrug 51 Jahre - dennoch wurde sie nicht Letzter.

Ansonsten sind die Wettkampfsportler der Wehren zumeist mit ihrer Ausrüstung voll auf den Löschangriff getrimmt: Da gibt es spezielle kürzere Schläuche mit entsprechend leichtgehenden Kupplungen, extra Verteiler oder futuristisch anmutende dünne Strahlrohre - allesamt sind diese für Einsätze nicht geeignet. Wegen der Hitze war sogar der Start ohne Jacke gestattet - Handschuhe sind ohnehin nicht mehr vorgeschrieben, auch darf man leichtere Helme als beim Einsatz tragen.

Trotz teurer Ausrüstung gibt es auch mal Patzer

Trotz aller teuren und modernen Ausrüstung kam es in der Eile ab und an dennoch zu Patzern - Kupplungen gingen auseinander, ein Starter verhedderte sich beim Laufen im Schlauch - das alles führte zum Abbruch. Ganz ungefährlich ist es nicht, wenn ein loses Schlauchende durch den Wasserdruck umherfliegt.

Die magische 20-Sekundern-Marke wurde beim 20. Kreisfeuerwehrtag zwar nicht getoppt, doch lagen die siegreichen Männer aus Lichterfelde mit 20,31 Sekunden nur knapp darüber. Danach ging es bei den Platzierungen oft nur um Zehntelsekunden - Miltern lag nur 13 Zehntelsekunden dahinter. Kehnert auf Platz 3 kam immerhin noch auf 21,15 Sekunden, die selbe Zeit hatte Stendal erkämpft - doch waren die Aktiven aus der Kreisstadt im anderen Lauf langsamer als der Drittplatzierte gewesen.

Weil in Havelberg derzeit Bundesgartenschau ist, hatten sich die Aktiven aus Dequede sogar etwas Besonderes einfallen lassen: Ihre einst rote Feuerwehrspritze ist nun grün. Möglich machte dies der Sponsor und Lackierer Ralf Schneider, informierte Maschinist Nico Gose. Das Grün passt auch zur Schrift auf den Shirts, natürlich darf der blaue Buga-Aufkleber auf der Pumpe nicht fehlen - nebst einem von der altmärkischen grünen Wiese. Das von Franz Paelke trainierte Team spritzte immerhin in 21,43 Sekunden die beiden Kanister vom Podest.

Nicht nur die Wettkämpfer und Kampfrichter schwitzten, auch die Versorger waren nicht zu beneiden. Alterskamerad Gerhard Thiemann am Grill bekam gleich Hitze von oben und unten, auch an der von Maik Rohrschneider, Udo Biedermann und Annika Knoll bedienten Feldküche war es noch wärmer als so schon. Zu den Versorgern von der Wehr zählten ferner Ines Spiegel-Brütt, Kerstin Kümmel, Renate Thiemann, Margot und Hartmut Neumann. Anke Blümner sowie Silke Liesges vom Ordnungsamt schmierten Brötchen, auch halfen das Amt und der Bauhof beim Aufbau des Platzes.

Nach dem Wettkampf waren die Wasserbecken zur Abkühlung heiß begehrt.

   

Bilder