Der Stadtrat soll heute Abend die Weichen stellen: Wird in Klötze eine neue Skaterbahn gebaut oder nicht? Die Antwort beeinflusst nicht nur das Freizeitangebot in Klötze, sondern tangiert auch zwei weitere Vorhaben.

Klötze l Zwei Schnäppchen könnte die Stadt Klötze in diesem und im nächsten Jahr machen. Sie plant den Bau einer Skateranlage auf dem Platz vor der Sekundarschule und einen Fahrradparcours für Dirtbiker auf dem Zinnberg. Lediglich 14 Prozent der Kosten von jeweils 100000 Euro müsste die Stadt aufbringen. Voraussetzung dafür ist im Fall des Bikerparcours neben der Zustimmung des Stadtrats auch die Aufnahme des Zinnbergs in das Fördergebiet des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren". Weil die Zeit aber für dieses Jahr zu knapp bemessen ist, wurde der Bikerparcours schon auf 2014 verschoben. Die Skaterbahn muss am jetzigen Standort jedenfalls aus Platzgründen verschwinden, weil auch der Busbahnhof neu gestaltet werden soll und die Eigentumssituation der Grundstücke beides dort nicht zulässt. Nach der Zustimmung zur Skateranlage im Hauptausschuss mit den Gegenstimmen von Hans-Jürgen Zeitz und Henry Hartmann soll heute der Stadtrat entscheiden.

Hans-Jürgen Zeitz sprach in der Sitzung des Hauptausschusses von ganz neuen Dimensionen. "Erst soll die Dirtbikeanlage 100000 Euro kosten, jetzt auch die Skaterbahn", sagte der Immekather. Vorsichtshalber beantragte er erst einmal die Übernahme der alten Geräte der Skaterbahn am Busbahnhof. "Für Immekath sind die gut genug", fand der Ortschef und rechnete vor, dass nur fünf Jugendliche beim Bürgermeister wegen der neuen Anlage vorsprachen. "Das ist nicht mal ein Prozent aller Jugendlichen. Klötze muss viel Geld haben", sagte Zeitz. Der Rat tue gern etwas für die Jugend, aber Skaterbahn und Dirtbikeparcours seien zu viel.

Bürgermeister Matthias Mann betonte, dass es zunächst nur um die Skaterbahn geht. Die Entscheidung müsse aber jetzt fallen, weil das entsprechende Förderprogramm 2013 auslaufe. Und: "Die Mittel können wegen des Programms nur in dem festgelegten Fördergebiet in Klötze und nicht in anderen Ortsteilen eingesetzt werden", betonte Mann.

Für Henry Hartmann sei den Bürgern das alles schwer zu vermitteln. "In den Ortsteilen machen wir was für 5000 Euro und hier für 100000 Euro", begründete er. "Wir sollten deshalb davon ausgehen, wenn die Skaterbahn gebaut wird, dann ist der Bikerparcours hinfällig." Sonst könne er nicht mit abstimmen. Matthias Mann fand diese Ängste dagegen unbegründet, weil die "Skaterbahn auch was Überregionales ist". Stefan Thodte sagte: "Wir sollten die Chance nutzen."

Die Sitzung des Stadtrats beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

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