Beim Sport lernten sich Regina und Gerhard Schulze kennen. Dem Sport blieben beide lange Zeit treu. Vor 60 Jahren hat das Paar geheiratet. Es feierte am vergangenen Wochenende die diamantene Hochzeit.

Kunrau l Neben den Familienangehörigen, einschließlich dreier Enkelkinder, und weiteren Verwandten waren vor allem Mitglieder des Kunrauer Sportvereins bei der Feier zur diamantenen Hochzeit dabei.

Aus gutem Grund, denn die Jubilare haben sich durch den Sport kennengelernt und blieben dem Sport auch lange Zeit verbunden. So belebte Gerhard Schulze den Kunrauer Sportverein nach dem Weltkrieg 1947 wieder und zählte zu den Mitbegründern. Durch den Bau eines schönen Großfeldplatzes im Park begann 1949 Kunraus Zeit als Handballhochburg. Hier spielte auch die damals 21-jährige Regina Kammann aus Kusey mit. So kam es, dass der ehemalige Sektionsleiter und Handballtorwart sie kennenlernte und beide 1953 ein Ehepaar wurden.

Heute sind sie Ehrenmitglieder des Turn- und Sportvereins Kunrau und Träger der Ehrennadel des Landessportbundes in Gold. Diese hohen Auszeichnungen verdanken sie vor allem ihren großen sportlichen Erfolgen und ihrer äußerst aktiven ehrenamtlichen Tätigkeit in einer weiteren Sportart, dem Bohlekegeln. Auch hier zeichnete sich Gerhard Schulze als Initiator und Bausachverständiger aus. Er schaffte es, dass 1961 eine Zwei-Bahnen-Anlage eingeweiht werden konnte, auf der seine Frau auch gleich das Eröffnungsturnier gewann. Aber ein Problem gab es immer noch: Die Kegel mussten weiterhin per Hand aufgestellt werden. Das ließ Gerhard Schulze nicht zur Ruhe kommen und er besorgte unter großem Aufwand eine moderne Kegelaufstellanlage. Damit hatte Kunrau als einer der ersten Vereine im Bezirk Magdeburg beste Bedingungen für den Kegelsport, wodurch der Aufschwung nicht lange auf sich warten ließ. Viele Kreis- und Bezirksmeistertitel wurden in die Landgemeinde geholt. Die 1. Männermannschaft spielte in der Bezirksliga, was natürlich mit beschwerlichen Fahrten, zum Beispiel nach Tangermünde, Burg und Genthin, verbunden war.

Besonders große Erfolge in den 1960er und 1970er Jahren hatten die Keglerinnen mit Regina Schulze als Mannschaftsleiterin. So gewannen sie vier Mal den Landsportpokal der DDR und holten 1969 beim Turn- und Sportfest in Leipzig die begehrte Goldmedaille. Eine Wettkampf-Saison, nämlich 1972/73, kegelten die Frauen sogar in der Oberliga, der damals höchsten Spielklasse. Das führte dazu, dass auch Keglerinnen aus Rostock und Berlin nach Kunrau reisen mussten.

Neben ihren vielen Funktionen, beispielsweise auch im Kreis- und Bezirksfachausschuss, schenkte Regina Schulze der Nachwuchsförderung viel Aufmerksamkeit. Ab 1967 brachte sie als engagierte Übungsleiterin den Kindern und Jugendlichen die Grundlagen des Kegelns bei. Um hierzu ihre Fähigkeiten noch zu verbessern, besuchte sie einen Lehrgang an der Landessportschule in Osterburg.

Erstaunlich ist, dass sich die guten Keglerinnen von einst, die mittlerweile fast alle über 80 Jahre alt sind, immer noch donnerstags auf der neuen Kegelbahn treffen. Sport bringt eben neben der Fitness auch viel Freude und Geselligkeit.

Seit 2001 hat Kunrau mit vier Bohle- und zwei Bowlingbahnen eine der besten Kegelsportanlagen in Sachsen-Anhalt. Darauf sind Regina und Gerhard Schulze sehr stolz.