Es ist eine total verrückte Idee, und die erfüllt auch noch einen guten Zweck. Genau diese Kombination begeisterte drei junge Männer aus Gehrendorf und Bahrdorf für die Idee, mit einem alten VW-Bus an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teilzunehmen. Im November wird gestartet, die Vorbereitungen indes laufen jetzt schon auf Hochtouren.

Gehrendorf/Bahrdorf. "Ich hatte von dieser Idee mal in der Zeitung gelesen, als ein Team aus Schöningen an der Rallye nach Banjul teilgenommen hat. Ich fand die Idee verrückt, aber toll. Wenn man was erleben kann und damit noch anderen Menschen hilft, das fetzt", erzählt Gerrit Liepack (36) aus Gehrendorf. Er will zusammen mit seinen Freunden Ralf Ranwig (33) und Niklas Bosse (21) im Herbst an der außergewöhnlichen Fahrt von Dresden nach Banjul im afrikanischen Gambia teilnehmen. "Als ich meinen Freunden von der Idee erzählt habe, haben sie erstmal nur abgewunken. Klingt ja auch ganz schön verrückt. Aber irgendwie hat sich die Idee doch im Hinterkopf festgesetzt und uns nicht mehr losgelassen. Und nun machen wir mit und die Vorbereitungen laufen", erzählt der Gehrendorfer.

Die Idee der Rallye, die von der Dresden-Banjul-Organisation unterstützt wird, ist folgende: Von Dresden bis zu Gambias Hauptstadt Banjul führt die Tour über 7500 Kilometer, quer durch sieben Länder. Der Verein Breitengrad organisiert sie seit 2006. Gestartet wird im November in Dresden, nach 19 Tagen wird das Ziel Banjul erreicht.

Die Anlehnung an die berühmte Rallye Dakar ist nicht ganz zufällig, doch es gibt gravierende Unterschiede. Ein wesentlicher besteht darin, dass es eine Rallye für jedermann, eine Tour ohne enorme Kosten ist. Die Startgebühren sind moderat, die Anforderungen an die Fahrzeuge werden bewusst niedrig gehalten, die Streckenführung ist zwar anspruchsvoll, aber doch so, dass sie von jedem guten Autofahrer, sofern er ein Minimum an Abenteuerlust verfügt, bewältigt werden kann. Ein weiterer gravierender Unterschied zur Profi-Veranstaltung Dakar ist, dass die Autos der Dresden-Banjul-Challenge am Ziel für einen karitativen Zweck versteigert werden.

Die Versteigerung der Autos am Ziel organisiert die zu diesem Zweck gegründete "Dresden-Banjul-Organisation", die seit 2007 offiziell als Hilfsorganisation in Gambia registriert ist. Die Erlöse kommen verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen, Krankenhäusern und anderen Hilfsprojekten zugute. "Ersteigert werden die Fahrzeuge durch gambische Unternehmer, Taxifahrer oder kleine Speditionen. Die Versteigerung wird in Gambia schon Wochen vor der Ankunft dort beworden, die Nachfrage ist wohl groß", erzählt Liepack.

Um gut in Gambia anzukommen, wurde zuerst überlegt, mit welchem Fahrzeug gefahren werden soll. Die Wahl fiel auf einen VW-Transporter. Der wurde in vielen Stunden Arbeit und mit Hilfe vieler Freunde aufgemöbelt, repariert, frisch lackiert. "Wir wollen zum einen die Fahrt gut überstehen, aber zum anderen, und das ist noch wichtiger, ein gutes Auto dort zum Versteigern anbieten, dass der neue Eigentümer dann auch voll einsetzten kann, ohne dass es nach ein paar Monaten auseinanderfällt", betonte Liepack. Aber nicht nur mit dem Auto selbst wollen die drei Freunde, die sich für diese Aktion die Gambian Geckos nennen, helfen. Das Auto soll beladen werden mit Spenden, die unter anderem in Schulen gebraucht werden. Blöcke, Stifte, Hefte. "Uns schwebt auch eine Schulpatenschaft vor. Ein großer Traum von uns ist es, eine Art Schulpatenschaft mit der Marienkäferschule in Bahrdorf und einer gambischen Schule auf die Beine zu stellen. Für Erfahrungen, Tipps und weitere Ideensind wir völlig offen und würden uns über jegliche Unterstützung freuen", erzählt der Gehrendorfer.

Wer Interesse hat, mehr über die Aktion zu erfahren und helfenmöchte, kann sich auf der Internetseite www.gambian-geckos.de informieren oder beim Oebisfelder Burgfest vorbeischauen, wo die GambianGeckos mit einem Infostand vertreten sind.