Poppige Musik hallte gestern durch die Zinnberghalle in Klötze. Dort hatte der Jugendklub Corner zu einem Tanzkurs mit der Tanzpädagogin Sophie Willert eingeladen. Sie studierte mit den Mädchen und Frauen zwei Choreografien ein. Ziel ist es, eine neue Tanzgruppe aufzumachen.

Klötze. Geduldig und immer wieder zählt Sophie Willert vor: "Eins, zwei, drei, vier. Eins, zwei, drei, vier." Die Mädchen und jungen Frauen in den zwei Reihen vor ihr tanzen die zuvor einstudierte Schrittfolge nach ihrem Takt. Sophie Willert ist Tanzpädagogin und leitet den vom Jugendklub Corner initiierten Schnupperkurs.

Mädchen aus dem Jugendklub und auch von der Tanzgruppe "Inseparable" aus Winterfeld schauen genau auf die Schritte und Armbewegungen, die Sophie Willert ihnen vorführt. Danach tanzen sie alle bisher geübten Figuren gemeinsam. Wenn alles klappt, folgen die nächsten Schritte.

"Wir wollen heute zwei komplette Jazz-Choreografien einstudieren", erläutert Sophie Willert. "Dafür üben wir verschiedene Hip-Hop-Elemente und -stile ein." Sie und Doreen Wißwedel, Chefin des Corner, werben so für eine neue Tanzgruppe, die zum neuen Schuljahr im Jugendklub gegründet werden soll. "Wenn sich die Mädchen auch nach dem anstrengenden Schnupperkurs dafür interessieren, würde mich das sehr freuen", sagt die Klub-Chefin.

Das ist bereits der zweite Kurs. Aus dem ersten entstand ein Workshop. Ein Schuljahr lang trafen sich die Mädchen regelmäßig und feilten an ihren Tänzen. "Doch die meisten Tänzerinnen haben eine Lehre begonnen. Deshalb möchte wir eine neue Gruppe gründen", erklärt Doreen Wißwedel.

"Ich dachte, ich wäre nicht gut genug"

Sophie Willert führt währenddessen die nächsten Schritte vor. Die Mädchen wippen locker-flockig in den Knien. Die Pädagogin bezieht Elemente der alten und der neuen Schule mit ein. "Bei der neuen Schule ist nicht festgelegt, was passiert", macht sie den Unterschied leicht verständlich. Immer wieder erläutert und führt sie Schrittkombinationen vor. "Das ist eine Kopfsache", begründet sie. "Wenn ihr alles verstanden habt, ist der erste Schritt getan."

Sophie Willert hat als Tanzpädagogin ihren Traumberuf gefunden. "Es ist sehr schön, den Kindern und Jugendlichen etwas mit auf ihren Weg zu geben", sagt die 24-jährige Poppauerin

Zwar tanzt sie, seitdem sie vier Jahre alt war. Doch zunächst wollte sie Physiotherapeutin werden. Freunde, die ihr Talent erkannten, ermunterten sie, sich an einer Wolfsburger Schule zu bewerben. "Ich hätte mich nicht getraut, weil ich dachte, ich wäre nicht gut genug", erzählt sie.

Heute gibt Sophie Willert klassischen Ballettunterricht, lehrt afrikanische Tänze, kreativen Kindertanz und Kinderballett. Sie leitet viele Kurse an Schulen. Die Freude an ihrem Beruf merkt man ihr an, als sie den Mädchen geduldig die nächsten Armbewegungen erläutert. "Man muss nicht den ganzen Körper bewegen", sagt sie, "man kann auch nur mit den Händen tanzen." Wie ein Sportschütze spannen die Tänzerinnen einen imaginären Bogen und schießen einen Pfeil ab. Schließlich haben sie den Bewegungsablauf verinnerlicht. Sophie Willert stellt die Musik an und lässt die komplette Choreografie von den Mädchen und Frauen tanzen. Ob daraus eine neue Tanzgruppe entstehen wird, können Doreen Wißwedel und Sophie Willert nur hoffen.

   

Bilder