Aus dem ehemaligen Milchwerk an der Poppauer Straße in Klötze will der neue Inhaber Ulrich Hummel ein Veranstaltungszentrum machen. Angedacht sind Messen, Märkte sowie eine Fischzucht mit Heizkraftwerk.

Klötze l Zum zweiten Mal fand am Sonnabend am ehemaligen Milchwerk in Klötze ein Flohmarkt statt. Doch das soll nach dem Willen des neuen Eigentümers Ulrich Hummel erst der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen gwesen sein.

Jahrelang lag das Gelände an der Poppauer Straße brach. Nun soll es dort wieder rund gehen. Das ist die feste Absicht von Ulrich Hummel. Der Mann aus Ahnsbeck bei Celle möchte das 7,5 Hektar große Areal gleich auf verschiedene Arten und Weisen zum Leben erwecken.

"Ich habe das Objekt im Herbst 2009 gekauft. Hier kann man was auf die Beine stellen."

"Ich habe das Objekt im Herbst 2009 gekauft", erzählt Ulrich Hummel, der früher ein öffentlich bestellter Auktionator war, im Gespräch mit der Volksstimme. "Mich hat gereizt, das es hier nicht so urban ist." Klötze und die Altmark kennt er schon seit 1991. "Der frühere Besitzer war ein Kunde von mir." Damals habe übrigens die Idee zum Ansiedeln eines Baumarktes bestanden. Und auch die vorhanden Gebäude trafen den Geschmack von Ulrich Hummel. "Das ist DDR-Substanz, das mag man nun schön finden oder nicht, aber es hat seinen Charme und einen hohen Wiedererkennungswert." Und die Substanz sei laut einem Statiker in Ordnung.

Nun sprüht Ulrich Hummel förmlich vor Ideen. Sein ursprüngliches Ziel war das Errichten einers Energieparks unter dem Motto "Green Energy". Dazu sollte eigentlich auf einem rund 16000 Quadratmeter großen Bereich eine mindestens 850-Kilowatt-Fotovoltaikanlage entstehen. "Aber daraus wird leider nichts", bedauert Ulrich Hummel. Grund sei das Fehlen eines gültigen Bebauungsplanes. Ein solcher ist nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) aber Voraussetzung für den Betrieb und das Einspeisen von Strom. "Beim Kauf bin ich noch davon ausgegangen, dass das kein Problem ist. Ich hatte auch eine Voranfrage beim Bauamt gemacht."

Doch die Realität holte Ulrich Hummel ein - und blieb nicht ohne "unangenehme" Folgen: "Die Investoren sind abgesprungen. Das ist ein gewaltiger finanzieller Schaden für mich", klagt Ulrich Hummel. Und: "Nun sitze ich hier auf meinem riesigen Gelände und kann meine Pläne nicht verwirklichen." Eine Möglichkeit wäre noch das Speichern von Strom. Dabei, so erklärt Ulrich Hummel, würden Wasserstoff und Sauerstoff gespalten und über ein Blockheizkraftwerk in einem Umkehrverfahren Strom erzeugt. "Ich habe darüber nachgedacht. Aber das ist für mich zurzeit keine wirkliche Alternative."

Nichtsdestotrotz: So schnell gibt Ulrich Hummel nicht auf. Vor kurzem hatte er einen Termin mit Bürgermeister Matthias Mann. Dabei ging es um eine andere Nutzung, "mit der ich erst gar nichts zu tun haben wollte. Aber es bietet sich hier förmlich an. Es gibt viele Parkplätze und sieben große Hallen mit einer Fläche von 6000 Quadratmetern." Die Rede ist von Veranstaltungen. Zum einen sollen künftig an jedem zweiten Wochenende im Monat Flohmärkte über die Bühne gehen. Normalerweise, so erläutert Ulrich Hummel, sollen die Stände dabei im Freien aufgebaut werden. Bei schlechtem Wetter könnte aber auch ins Trockene ausgewichen werden.

"Mir schweben Trabi-, Trecker- und Oldtimertreffen, Messen und Märkte vor."

Mittels der Dächer werde momentan schon "reichlich Geld" erwirtschaft. Denn: "Darauf sind Fotovoltaikanlagen für 2,5 Millionen Euro verbaut worden", informiert Ulrich Hummel. Daraus werde wiederum Strom für 250 Haushalte gewonnen. Das nötige Basis-Kapital stellten einst Investoren zur Verfügung, die dafür die Erträge aus der Einspeisevergütung erhalten.

Doch damit nicht genug: Außerdem schweben Ulrich Hummel Trabi-, Oldtimer- und Treckertreffen sowie Bau- und Gartenmessen vor. "Hier kann man schon was auf die Beine stellen, was auch überregional von Interesse sein dürfte", meint Ulrich Hummel. Auch Spezialmärkte wie für Reptilien und Insekten kann er sich gut vorstellen. Vom Erfolg solcherlei Themenangebote ist er überzeugt. "EinBekannter von mir macht das schon lange. Da kommen 20000 Leute."

Eine weitere Vision des 70-Jährigen sind Open-Air-Konzerte. "Klötze wird dann richtig bekannt", mutmaßt er. Schon im kommenden Jahr will er all das in die Tat umgesetzt haben.

Ganz aktuell ist überdies der Gedanke, auf dem Gelände eine Fischzucht zu betreiben. "Das strebe ich an. Wie es aussieht, braucht man dafür keinen B-Plan." Dafür soll auch ein Blockheizkraftwerk entstehen, betrieben mit Biogas und nicht mit Holzhackschnitzel Dies würde zu viel Platz wegnehmen. Beides soll in einer der südlich gelegenen Hallen eingebaut werden. Und auch für einen Widpark könnte sich Ulrich Hummel begeistern.

Für die sonstigen Events hat er das frühere Verwaltungsgebäude im Blick. So könnten dort die Sanitärbereiche erneuert und eventuell auch die einstige Kantine wieder genutzt werden. Möglicherweise richtet sich der 70-Jährige in dem Bau auch Büro und Wohnung ein.

Ulrich Hummel stellt fest: "Das wird schon. Ich bin voller Tatendrang."