Der Kinder-Kirchentag des Kirchenkreises Egeln hat zwar in diesem Jahr aufgrund des Hochwassers weniger Gäste nach Langenweddingen gelockt. Aber an Spaß mangelte es ihnen dennoch nicht.

Langenweddingen l Simon, der aus der Bibel als verlorener Sohn bekannt ist, gab in diesem Jahr das Thema für den Kinder-Kirchentag vor. Mittlerweile war es der zwölfte Kinder-Kirchentag des Kirchenkreises Egeln, zum elften Mal boten die Kirche St. Georg und ihr Umfeld in Langenweddingen die Kulisse. "Die zentrale Lage inmitten des Kirchenkreises spricht dafür", erklärte Pfarrer Raimund Müller-Busse, der so abermals zum Gastgeber wurde. "Aber der Herr des Hauses bin nicht ich als Pfarrer, sondern Gott, und wir alle sind seine Gäste", stellte er bei der Andacht in der Kirche fest.

Vor ihm saßen deutlich weniger Kinder als gewöhnlich, denn der Kirchentag war vom Hochwasser an Saale und Elbe überschattet. Auf etwa 200 schätzte er die Teilnehmerzahl diesmal. "Manche konnten es gar nicht richtig hören, dass wir den Kinder-Kirchentag feiern, denn sie haben es plätschern hören, weil die Saale und die Elbe kamen", umschrieb der Pfarrer die Situation in der Region um Barby, Calbe und Schönebeck. Viele Kinder von dort kamen nicht.

Einen dicken Strich durch die Rechnung machen ließen sich die Organisatoren aus dem Kirchenkreis Egeln vom Hochwasser aber nicht. Sie strickten einfach das Programm ein wenig um und verschoben das Musical, das etwa 60 Kinder vor allem aus der Region um Schönebeck einstudiert hatten, auf später. Simon, der im Musical im Mittelpunkt stehen sollte, bekam dennoch seine Beachtung - sowohl in der Andacht als auch anschließend in der Gruppenarbeit.

An jeder der 13 Stationen hatten sich die Betreuer etwas zu Simon und seiner Rolle in der Bibel ausgedacht. "Er ist von zu Hause abgehauen", formulierte es der Schönebecker Gemeindepädagoge Tobias Müller im heute gängigen Jargon. Doch seine Geschichte gab sehr viel Raum für die eigenen Vorstellungen. So ging es beispielsweise um die Zukunftspläne, Traumberufe oder auch um das Vererben. Die Wiedersehensfreude hatte Birgit Seiler, Religionspädagogin aus Seehausen, in einer Bastelei zum Thema gemacht. Da die Kinder für die einzelnen Arbeitsgruppen per Losverfahren zusammengebracht wurden, bot sich die Gelegenheit des Kennenlernens, ebenso wie bei Spiel und Sport.

Durch die ausgefallene Musicalaufführung wurde die Veranstaltung aber keineswegs verkürzt. Die Clownin Frieda alias Katrin Nolte war engagiert worden und füllte die Lücke im Programm so gut, dass die meisten dachten, es sei nie etwas anderes geplant gewesen. Die kunterbunte Welt Gottes brachte ihre Gedanken in Hochform ... und so war es auch kaum verwunderlich, dass die Kinder in der Kirche plötzlich mit der Sonne - so sah der große gelbe Luftballon aus - Fangen spielten.

   

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