Osterburg/Bretsch l Die aus 389 Jägern bestehende Jägerschaft Osterburg zog in den Räumen der Gaststätte Lunkwitz in Bretsch Bilanz. Deren Vorsitzender Dieter Smyrek resümierte "recht ordentliche" Abschuss-Zahlen, allerdings kam er auch zum Fazit, dass "ein recht kompliziertes Jagdjahr hinter uns liegt".

"Wir haben unseren Plan erfüllt." Dennoch sollten sich die Jäger der Osterburger Jägerschaft, die in insgesamt 15 Hegeringen organisiert sind, künftig noch intensiver den Problemfällen wenden, sagte Smyrek während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Waschbär, Mink und Marder Raubtierarten, die "wir vor rund 20 Jahren hier noch nicht hatten". Die Abschusszahlen beim Waschbären, der sich rasch vermehrt, nahmen erfreulicherweise deutlich zu (siehe Info-Kasten). Dagegen fielen sie beim Mink und Marder. Aufgrund ihrer Nachtaktivität seien sie schwer zu bejagen. "Die Jäger sind aufgerufen, mehr Fallen zu stellen." In diesem Zusammenhang lobte Smyrek die Hegeringe Königsmark und Dewitz, die schon traditionell ihre Erdbaujagden durchführen.

Der Vorsitzende blickte auf eine erfolgreiche Verbandsarbeit zurück. "Ich kann mich auf das Team verlassen." Neben Smyrek gehören dem Vorstand Michael Lukas (Stellvertreter), Günter Klotzsche (Schatzmeister), Dirk Fürst (Protokollführer), Matthias Thiede (Hundewesen) und Gerhard Platz an. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Hegeringe sind ihre Trophäenschauen, die "an Qualität zugenommen haben", schätzten die Verantwortlichen ein. Positiv bewertete Dieter Smyrek, der seit acht Jahren an der Spitze der Jägerschaft steht, auch die Auslastung des Jagd- und Schulungszentrums Barsberge. Dieses hat sich "einen guten Ruf erarbeitet". Im Vorjahr erhielt das im Seehäuser Forst gelegene Objekt neue Fenster. Für dieses Jahr soll die Küche mit einer geplanten Renovierung aufgewertet werden.

Kritisch schätzte Smyrek das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Jagd ein, welches voriges Jahr gesprochen wurde: Ein Grundstückseigentümer aus Baden-Württemberg wehrte sich erfolgreich gegen die Jagd auf seinem Gelände. "Wir bedauern diese Entscheidung." Nach den deutschen Vorschriften sind alle Eigentümer solcher Grundstücke unter 75 Hektar automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft. Sie müssen dann die Jagd auf ihrem Grundstück dulden. Mit diesem Urteil wurde dies aufgehoben.

Auch die enorme Steigerung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft ("teilweise bis zu 300 Prozent") wollen die Jäger nicht ohne weiteres hinnehmen. Eine ordentliche Begründung sei ihnen für die drastische Erhöhung nicht gegeben worden. "Wenn die Unfälle der Jäger zugenommen hätten. Das ist aber nicht der Fall."