Deutsch (apu) l Die alljährliche Advents- und Weihnachtsmusik in Deutsch erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Die kleine neogotische Dorfkirche, die gerade 125 Jahre alt geworden ist, war wieder einmal voll besetzt.

Den musikalischen Hauptanteil an dem gelungenen Konzert trug traditionsgemäß wieder der Kirchenchor Lückstedt - verstärkt mit Sängerinnen und Sängern aus dem Kirchspiel Groß Garz. Den Auftakt machte das Ensemble mit dem Lied "Hört den Ruf der Heiligen Nacht". Hedwig Nitsche von der gastgebenden Kirchengemeinde begrüßte die Gäste und sagte: "Der Advent ist eine Zeit, sich auch einmal den angenehmen Dingen des Lebens zu widmen, etwas zu tun, was Freude macht. Das wollen wir auch heute Abend. Vergessen Sie die Hektik des Tages und haben Sie einen gesegneten Abend." Danach ergriff Pfarrer Matthias Kruppke das Wort: "Vor 21 Jahren fand die Advents- und Weihnachtsmusik in Deutsch erstmals statt. Seither haben die Pfarrer gewechselt, aber wir als Chor nicht - ein Zeichen für Beständigkeit." Mit "Tochter Zion" und "Macht hoch die Tür..." (wobei die Gemeinde mit einstimmte) sang das Ensemble - von Pastor Kruppke am Keyborad begleitet - zwei allseits bekannte geistliche Lieder. Dann ergriff noch einmal Hedwig Nitsche das Wort. Die Advents- und Weihnachtszeit sei auch ein Anlass, in sich zu kehren und zum Nachdenken zu kommen - auch über die nach wie vor bestehenden, großen Ungerechtigkeiten auf der Welt.

"Macht die Tore weit" - so erklang es anschließend vom gemischten Chor. Dann kündigte Kruppke eine Uraufführung an. Das Ensemble sang mit "Zur Hirtenschau auf dunklem Feld" (Melodie von 1592) ein von der Domkantorei auf CD veröffentlichtes und vom Lückstedter Kirchenchor neu ins Repertoire übernommenes Lied.

Traditionsgemäß bekamen bei der Advents- und Weihnachtsmusik auch Nachwuchsmusiker die Gelegenheit, Kostproben ihres Könnens zu präsentieren. Das machten zuerst die Geschwister Anna-Dorothea und Karl-Richard Mewes mit einem verhändig auf dem Keyboard gespielten Walzer von Johannes Brahms. Anschließend spielte Tobias Albrecht zwei weitere Stücke. Für die Darbietungen gab es viel Applaus vom Publikum. Es folgte eine Ansprache von Pfarrer Manfred Herrmann. Mit Blick auf das 125-jährigee Bestehen des Deutscher Gotteshauses ging er auf die Beständigkeit der Kirche in unserer Kultur ein, die über Jahrhunderte ein Lebensmittelpunkt für die Menschen war - und bis heute für viele geblieben ist. "Die Kirche ist ein Stück Heimat für jeden von uns". Herrmann hob das jahrzehntelange, große Engagement und die aktive Arbeit von Karlheinz Mewes für den Erhalt der Deutscher Dorfkirche hervor. Das quittierten die Besucher dann auch mit einem kräftigen Applaus.

Danach gab es noch einen musikalischen Höhepunkt. Die Sopranistin Anna-Maria Koßbau sang - am Klavier begleitet von Matthias Kruppke - zwei anspruchsvolle Lieder. Das Publikum zeigte sich außerordentlich beeindruckt von der klaren und hörbar ausgebildeten Stimme der jungen Solistin.

Nach weiteren Liedern des Chors und einem geselligen Beisammensein bei heißem Punsch, Schnittchen und Gebäck klang dieser gelungene Abend aus.

 

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