Die Aktion "366+1, Kirche Klingt 2012" der Evangelischen Kirche Deutschland kommt allmählich auf die Zielgerade. In Osterburg ging am Dienstagabend das 303. von insgesamt 367 in ganz Deutschland geplanten Kirchenkonzerten über die Bühne.

Osterburg l Die Erfinder der Konzertreihe sprechen vom Dominoprinzip, bei dem quasi jede Veranstaltung den Anstoß für die nächste gibt - idealerweise in der unmittelbaren Nachbarschaft. In der Altmark mussten sich aber nur Osterburg und Salzwedel anstoßen. Osterburg war am Dienstagabend kurz vor dem Reformationstag mit der Nicolai-Kirche Gastgeber. Das Abschlusskonzert wird in Zittau zu Silvester stattfinden.

Die ungewöhnliche Anzahl von 367 Konzerten ist leicht erklärt. "Zum einen haben wir ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Außerdem fanden am Ostersonnabend in Korbach das 98. Konzert und am gleichen Tag in Fritzlar der +1-Termin an einem Tag statt", so Osterburgs Kantor Friedemann Lessing.

Die Veranstaltungen im Jahr der Kirchenmusik innerhalb der Dekade vor dem 500.Reformationsjubiläum 2017 werden zum Teil von professionellen Ensembles, aber auch von Kirchenchören, Bläsergruppen und so weiter aus der jeweiligen Region bestritten. In Osterburg war es eine Mischung aus beidem.

Zum einen das Trio "Choralkonzert" mit dem Rostocker Kirchenmusiker Karl Scharnweber an der Orgel, dem Komponisten und Produzenten Thomas Klemm (Saxophon und Flöte) sowie dem Regisseur Wolfgang Schmiedt (Gitarren). Zum anderen wirkte der Chor der Regionalkantorei Osterburg stimmgewaltig mit.

Bevor die Sänger und Instrumentalisten zu Gunsten der Buchholzorgel musizierten, verewigten sie sich in der Begleit-Chronik, in der jeder Veranstaltung zwei Seiten zur Verfügung stehen. Weil einige Gemeinden große Kreativität an den Tag legen und nicht nur Kugelschreiber, sondern auch Bilder sprechen lassen, hat das Werk schon merklich an Umfang, Gewicht und Unterhaltungswert zugelegt.