Salzwedel l Airbrush-Pistole und Stifte sind des Salzwedelers Christian Lühe liebste Spielzeuge. Der 24-Jährige hat sich der fotorealistischen Kunst verschrieben.

Ist es eine Fotografie, eine Malerei oder vielleicht beides? Der Salzwedeler Christian Lühe hat sich der fotorealistische Kunst verschrieben. Mit Airbrush-Pistole und Stiften malt der 24-Jährige Bilder, die von der Detailtreue her sehr nah an Lichtbildaufnahmen herankommen, aber noch menschlicher und lebendiger sind als Fotos. Es scheint manchmal so, als ob das Motiv jeden Augenblick von der Leinwand springen könnte.

Der Salzwedeler hat mit 14 Jahren mit dem Malen begonnen. "Am Anfang habe ich Comics fünf bis zehn Mal so groß nachgezeichnet", erinnert sich Lühe. "Ungefähr mit 16 Jahren habe ich mich an einem Porträt versucht und Johannes Paul II. gemalt", erklärt der Künstler. "Ich bin nicht gläubig und habe den Papst gewählt, weil es mir einfach erschien, ihn zu malen", begründet Christian Lühe.

In den folgenden Jahren schoss sich Lühe auf die Porträtmalerei ein. "Extrem interessant wurde es für mich, als mir meine Eltern eine Airbrush-Pistole geschenkt haben", sagt der 24-Jährige. "Ich bin damals die Horrorschiene gefahren. Ich habe die Bilder teilweise gruseliger gemacht, um den Betrachter zu schocken und seinen Blick an das Bild zu fesseln", erläutert der Salzwedeler. Aus dieser Zeit stammt auch sein Lieblingsbild. Es zeigt das Tattoo-Model Zombie Boy alias Rick Genest.

Doch in der jüngeren Vergangenheit hat sich der Stil des Künstlers geändert. "Über meine Facebook-Seite kommen immer mehr Anfragen rein, ob ich jemanden zeichnen kann. Deshalb habe ich in letzter Zeit einige Frauen porträtiert", erklärt Christian Lühe. In Salzwedel arbeitet der junge Mann gerade an einem Kunstwerk im Skatepark am Freibad. Dort malt er die Köpfe der Goodfoot Skateboard-Crew an eine Quarterpipe. Bei seinem nächsten Heimatbesuch wolle er das Bild vollenden, erläutert der Altmärker, der wegen der Arbeit bei München wohnt.

Lühes derzeitiger Job hat gar nichts mit Kunst zu tun. "Meine Arbeitskollegen sagen oft, dass ich dort falsch sei", erzählt der Salzwedeler. "Es wäre ein Traum, wenn ich irgendwann mein Hobby zum Beruf machen könnte", sagt der 24-Jährige. Freunde hätten ihm schon zu einer Tätowierer-Lehre geraten. "Für diese Ausbildung muss man aber etwas zahlen", erklärt Christian Lühe, warum er sich bisher dagegen entschieden hat. Jedenfalls gibt es schon einige Fans, denen die Bilder des Salzwedelers gefallen. Seine Facebook-Seite wurde bisher von knapp 600 Nutzern mit "gefällt mir" markiert. Dort gibt es jede Menge von Christian Lühes Bildern zu sehen. Das Profil findet ihr unter Art of Ch.Lühe.

Facebook-Profil des Künstlers: https://www.facebook.com/pages/Art-of-ChL%C3%BChe/309922265722014?fref=ts

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