Do you speak English? - Sprichst du Englisch? Der Ruf der weiten Welt ist auch am Jahngymnasium in Salzwedel angekommen. Die Klasse 8A fuhr im Rahmen des bilingualen Unterrichts nach England. Die Volksstimme sprach mit Schülerin Liza-Marie Stütz.

Salzwedel l Früh aufstehen hieß es für die Gymnasiasten der Salzwedeler Jahnschule. Um 3Uhr nachts bestiegen die 28 Schüler den Reisebus und machten sich auf den Weg in das englische Brighton. Nach 18 Stunden Fahrt, einem Übersetzen mit der Fähre von Calais nach Dover eingeschlossen, erreichten die Altmärker ihr Ziel, die Stadt am Ärmelkanal. Dort wurden sie schon sehnsüchtig von ihren Gastfamilien erwartet.

"Jeweils drei oder maximal vier Leute wurden in einer Familie untergebracht", berichtet Liza-Marie Stütz aus der Klasse 8A. Bereits in den ersten zwei Tage ging es in das knapp 90 Kilometer entfernte London. "Dort haben wir zuerst eine Stadtrundfahrt gemacht", erzählt die 14-Jährige, "zum Glück hatten wir in London viel Freizeit, so konnten wir auch das große Shoppingangebot der Weltstadt entdecken." Aber natürlich stand auch Kultur auf dem Programm. Die Gymnasiasten besuchten das berühmte Wachsfigurenkabinett "Madame Tussauds". In den folgenden Tagen lernten die Jungen und Mädchen der 8A Brighton kennen. "Es war gut, dass sich unser Busfahrer ein wenig in der Gegend auskannte und uns interessante Plätze zeigen konnte", ergänzt Liza-Marie.

Am letzten Tag wurde ein Zwischenstopp im Seebad Hastings mit den typisch englischen Wiesen eingelegt. Auch die Verständigung mit den Gast- eltern war gar nicht so kompliziert. "Meistens hat einer die Führung übernommen, aber jeder musste sich natürlich auch selbst verständlich machen können", erklärt sie. Die Familie der Altmärkerin war noch sehr jung und hatte einen kleinen Sohn, mit dem sich die Salzwedeler Schülerinnen beschäftigen konnten. Außerdem hatten die Mädchen ein eigenes Zimmer mit Fernseher. "Die Alltagssituationen zu meistern, hat mich persönlich in meinen Englischkenntnissen bestärkt", sagt Liza-Marie Stütz. Und sogar mit gängigen Klischees konnte die Klassenfahrt aufräumen. Gelten Engländer Deutschen gegenüber doch eher ablehnend, so konnten Liza-Marie und ihre Klassenkameraden nur positive Erfahrungen mit den Briten machen.

"Letztendlich war es eine echt coole Klassenfahrt mit ganz, ganz vielen Eindrücken, die ich mit nach Hause gebracht habe", sagt sie zufrieden. Die Möglichkeit, ins Vereinigte Königreich zu fahren, gibt es aber nicht für jede Klasse am Jahngymnasium. Nur das Bilingual-Projekt der Schule macht das möglich.

Schon nach der vierten Klasse, also mit dem Übertritt auf das Gymnasium, können sich die Schüler entscheiden, ob sie bilingual lernen wollen oder nicht. Zuerst sind es nur zwei Wochenstunden mehr Englisch, aber ab der siebenten Klasse wird Geografie auf Englisch unterrichtet. Die Karin-Witte-Stiftung unterstützt das Projekt schon seit einigen Jahren. Es wurden Lehrbücher und Arbeitshefte speziell für den bilingualen Geografieunterricht gekauft, und auch an der Klassenfahrt hat sich die Familienstiftung beteiligt. "Zuerst war es nicht so einfach, sich in die neue und doch etwas ungewohnte Unterrichtsform einzufinden, zumal wir auch Tests und Klausuren auf Englisch schreiben", erklärt Liza-Marie Stütz, "aber mit der Zeit kann man doch einiges an zusätzlichem Vokabular mitnehmen." Für Stifterin Karin Witte ist das Engagement in der Heimatstadt ihrer Vorfahren eine Herzenssache. "Uns ist es wichtig, junge Menschen in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, aber auch Kultur und Sport zu fördern", sagt die Lübeckerin: "Es ist wirklich eine erwähnenswerte Sache, die das Jahngymnasium da auf die Beine gestellt hat." Die wichtigste Arbeit leisten laut Karin Witte aber die Lehrer an der Schule, die bereit sind, den bilingualen Unterricht in dieser Form mitzutragen.

Die sprachinteressierte Liza-Marie Stütz hat schon im Kindergarten angefangen, Englisch zu lernen und wollte das auf dem Gymnasium dann auch möglichst intensiv weiterführen. "Mir hat der Unterricht hinsichtlich der englischen Sprache ziemlich viel gebracht, was Wortschatz und interkulturelle Kompetenz angeht", konstatiert die Gymnasiastin. "Sprachen sind das Tor zur Welt", fügt sie lächelnd hinzu.

 

Bilder