Sollen zwischen Salzwedel und Arendsee wieder Züge fahren? Mit dieser Frage setzen sich heute die Mitglieder des Kreis-Wirtschaftsausschusses auseinander. Zur Entscheidungsfindung stehen Analysen und Stellungnahmen zur Verfügung.

Salzwedel l Geht es nach dem Willen der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE), soll es zunächst auf der Strecke zwischen Salzwedel und Arendsee und in einem zweiten Schritt bis nach Wittenberge wieder Zugverbindungen geben. Die Gesellschaft strebt eine Wiederaufnahme des Schienenverkehrs auf den noch vorhandenen Gleisen an. Eine Idee, der die Veranwortlichen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Altmarkkreis und auch die Bürgermeister der betroffenen Kommunen nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber stehen. Ein großes Manko sind allerdings die Kosten, mit denen das Nahverkehrsangebot verbunden ist, das nach Vorstellungen der DRE auch den Schülerverkehr beinhalten soll. Für die Reaktivierung der Strecke wurde in Zusammenarbeit mit der DRE ein integriertes Verkehrskonzept erstellt.

Bei allen Ermittlungen sei deutlich geworden, dass der Bahnbetrieb im Gegensatz zum Busverkehr mit Mehrkosten verbunden ist. Die DRE geht von jährlich 72000 Euro aus. Die kreiseigene Personenverkehrsgesellschaft hat einen Bedarf von 1,1 Millionen Euro errechnet. So heißt es in der Begründung des Verwaltungsvorschlags, die Wiedereinrichtung nicht vorzunehmen. Hinzu kämen Aufwendungen für die In-frastruktur, wie Bushaltestellen, Wendeschleifen und ähnliches, die der Kreis fördern müsste. Der Schienenverkehr bringe zudem für die Schüler Nachteile wie längere Schulwege und zusätzliche Umstiege.

Der Wirtschaftsausschuss des Kreistages wird sich heute ab 17 Uhr im Sitzungsraum Gardelegen der Kreisverwaltung mit dem Thema befassen und letztendlich eine Stellungnahme an den Kreistag abgeben. Dazu liegen den Kreis-Politikern Stellungnahmen der Städte Salzwedel und Arendsee sowie der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (NASA) zur Verfügung. Das Industrie-und Gründerzentrum des Altmarkkreises (IGZ) hat zudem eine Analyse erarbeitet in der die Chancen, die solch eine Reaktivierung bietet, Schwächen und Risiken gegenübergestellt werden. Darin wird auch auf die Stärken des bestehenden ÖPNV hingewiesen, der ein Angebot aus landesbedeutsamen Linien, Hauptlinien und Anrufbussystem für alle 329 Orte im Zweistundentakt vorhalte.

Positiv sei bei der Reaktivierung der Bahn beispielsweise die Ertüchtigung der Schienentrasse, die auch für die Ansiedlung von Industriebetrieben von Bedeutung sein könnte, sowie die Aufwertung des Tourismusstandortes Arendsee.

Salzwedels Oberbürgermeisterin sieht das Vorhaben als "positive wirtschaftliche und touristische Infrastrukturmaßnahme". Verweist aber auf die angespannte Haushaltslage der Stadt.

Kritik aus Arendsee gibt es an der Anbindung der Ortsteile. Die Haltepunkte befinden sich außerhalb der Orte oder sind inzwischen in Privatbesitz. Aufgrund der finanziellen Situation, in der sich Arendsee befinde, sei eine Kostenbeteiligung an der Wiederherstellung nicht möglich.