Die Reinigung der Decke in der Hohenlangenbecker Kirche geht voran. Restauratorin Corinna Streitz überlegt, ob sie eine kleine Stelle noch unbearbeitet lässt, damit Besucher den Unterschied erkennen können.

Hohenlangenbeck l Das große Gerüst, das den ganzen Kirchenraum einnahm, ist wieder abgebaut. Jetzt arbeitet Corinna Streitz aus Wittenberge von der Empore aus an den Flächen über ihrem Kopf. Noch sind einige Stellen zu reinigen, auszubessern und zu konservieren. Doch ein Ende ist absehbar. "Jetzt bin ich in der Phase, dass ich weiß, wie die Farben angemischt werden", sagt die junge Frau, die seit Ende Juni in dem Gotteshaus wirkt, und fügt mit einem Lächeln hinzu: "Die Sterne kann ich schon malen." So um die 1000 gebe es auf der gesamten Fläche, hat sie überschlagen. Die Blüten dagegen habe sie mit Transparentpapier abgepaust, damit die Form stimme.

Symbolisiertes "S" findet sich mehrfach wieder

Obwohl Corinna Streitz jetzt schon rund neun Wochen in Hohenlangenbeck arbeitet, entdecke sie fast jeden Tag etwas Neues. "Als der Blick auf die Wandmalerei wieder frei war, habe ich dort das symbolisierte ,S\' mit dem roten Rand wiederentdeckt, das sich an der Decke wiederfindet", beschreibt sie. Auf den Deckenbrettern seien minimale Reste der Vorgängerbemalung zu entdecken. Diese seien nicht nur gestrichen, sondern mit einem Dekor geschmückt gewesen. Als Gotthold Mannewitz, ihr Vorgänger, in den 1940er Jahren hier arbeitete, habe er wahrscheinlich noch viel mehr davon gesehen. So seien unter anderem die roten Ranken erklärbar, die die Fläche mit schmücken.

Die Restauratorin ist ständig auf der Suche nach Kompromissen. Denn sie wolle die Decke nicht erneuern, sondern das Vorhandene so haltbar machen, dass es auch noch in hundert Jahren nichts vom besonderen Aussehen verloren hat. Zur Arbeit gehöre ebenfalls, die tiefen Löcher in den Balken etwas zurückzunehmen und dennoch dafür zu sorgen, dass die Fläche den rustikalen Charakter behält. Ein spezieller Kalkmörtel soll die Lücken zwischen Balken und Zwischendecke schließen. Die Masse setze etwas nach hinten versetzt auf dem Holz auf, damit sie nicht abrutsche. "Hier habe ich eine Stelle entdeckt, wo es meine Vorgänger genauso gemacht haben. Also war die Lösung nicht ganz so verkehrt", merkt Corinna Streitz, die übrigens aus Seehausen stammt, an.

Die Fachfrau überlegt, vorerst ein kleines Stück im ursprünglichen Zustand zu belassen, um einen Vergleich zu haben. Interessierte Besucher haben am Tag des offenen Denkmals, 9. September, die Möglichkeit, etwas genauer zu schauen. Dann wird das Hohenlangenbecker Gotteshaus von 13 bis 17 Uhr geöffnet sein. Die Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche zu Hohenlangenbeck werden Kaffee und Kuchen anbieten.

Die Vorsitzende Petra Schäfer ist mächtig stolz darauf, dass ein Bild der besonderen Deckenmalerei den Sprung auf die erste Seite der bundesweiten Broschüre zum Denkmaltag geschafft hat. Unter Nummer neun ist dort zu lesen: "Barock bemalte Holzbalkendecke der Feldsteinkirche von 1200 in Kuhfelde-Hohenlangenbeck". "Davon hätte ich nicht mal zu träumen gewagt", gesteht sie. Die Hohenlangenbeckerin freut sich auf die Gäste. Diese können nicht nur die Decke genauer betrachten, sondern noch viel mehr De- tails in der Kirche entdecken.

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