Sand von Spielplätzen taugt nicht für den Winterdienst. Dieser Satz von Bauhof-Chef Heinz-Werner Herrler hat zwei Volksstimme-Leser irritiert. Wenn der Sand nicht mal für die Straße gut genug ist - welchen Gefahren sind dann Kinder ausgesetzt, die in und mit ihm spielen?

Schönebeck l Warum nicht den Sand aus öffentlichen Spielplätzen im Winter zum Streuen der glatten und verschneiten Straßen benutzen? Diesen Vorschlag hatte Volksstimme-Leser Frank Wiedemann öffentlich unterbreitet. Geht nicht, sagte Bauhof-Chef Werner Herrler. Der Sand sei belastet und dürfe nicht in die Kanalisation gelangen. Ein Satz, den Jan Roschkowski und Jürgen Hennenhöfer nachdenklich stimmen. "Könnten Sie bei den zuständigen Stellen recherchieren, ob von dem Sand eventuell Gefahren für die Kinder ausgehen? Gibt es einen Prüfplan, und in welchen Abständen erfolgt der Sandwechsel", fragt Jürgen Hennenhöfer.

Jan Roschkowski aus Calbe meint: "Das ist ja richtig schlimm, dass die Kinder mit so \'giftigen\' Sand spielen müssen, dass dieser nicht mal in die Kanalisation darf. Äußerst bedenklich kann ich nur sagen."

Wie bedenklich ist die Angelegenheit wirklich? Die Volksstimme fragt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz. Der teilt mit: "Der Sand in den Anlagen der Kindereinrichtungen wird alle drei Jahre komplett ausgetauscht. Es handelt sich um für die Benutzung durch Kinder zertifizierten Sand. Jedoch führen die Leiterinnen tägliche Sichtkontrollen durch und ergreifen gegebenenfalls Sofortmaßnahmen."

Zudem würden Sandkästen, sofern es angebracht erscheint, mit Planen abgedeckt. Weiterhin müsse der Lieferant die Zertifizierung des Sandes nachweisen. "Bei den öffentlichen Spielplätzen werden wöchentliche Sichtkontrollen durch Mitarbeiter des Sachgebietes Grünflächen durchgeführt. Hier werden nicht nur die Verschmutzung von Sand, sondern auch die Spielgeräte kontrolliert, etwa auf Vandalismusschäden", erläutert Wannewitz. Alle Kontrollen würden nach Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes erfolgen, über mögliche Krankheiten durch Sandverschmutzung müsste das Hygieneamt des Landkreises befragt werden. Was mit dem kontaminierten Sand passiere, würde am besten Bauhof-Chef Heinz-Werner Herrler erklären können.

"Der Sand ist belastet, aber nicht vergiftet."

Heinz-Werner Herrler

Der stellt gegenüber der Volksstimme betonend klar: "Der Sand ist belastet, aber nicht vergiftet." Zu den unerwünschten Eintragungen aus der Umwelt zählt Herrler unter anderem Zweige und Laub sowie Hundekot, Katzenurin und Scherben. Käme dieser Sand in die Streumaschinen der Winterdienstfahrzeuge, könnte die Technik Schaden nehmen, die Düsen etwa könnten verstopfen.

"Wir beauftragen eine Firma aus Potsdam mit der Reinigung des Sandes aus öffentlichen Spielplätzen", führt der Betriebsleiter weiter aus. Eine Spezialmaschine würde den Sand bis zu einer Tiefe von 40 Zentimetern auflockern und reinigen. Dann komme er wieder in den Sandkasten. Ähnlich verfahre auch der Seepark in Barby bei der Reinigung der Strände am Kiessee. Sollte der Sand auf den Spielplätzen aber zu sehr verunreinigt sein, beziehungsweise nicht mehr zum Spielen taugen, würde er herausgeholt und ausgetauscht.

Und was passiert dann mit ihm? "Er kann dann noch für den Straßenbau, konkreter gesagt für den Bau von Fußwegen verwendet werden. Dafür kommt manchmal noch Sand zum Einsatz", weiß Herrler. Er hebt hervor, dass sich Eltern prinzipiell keine Sorgen machen müssten, wenn ihre Kinder auf öffentlichen Spielplätzen im Sandkasten spielen. Die Vorgaben in Deutschland für die Sicherheit von Spielplätzen seien streng und würden in Schönebeck selbstverständlich eingehalten.

Mit dem Hinweis auf die Kanalisation habe er gemeint, dass diese unnütze Belastung vermieden werden müsse.