In der Saalestadt macht sich Ärger breit über die mehrmonatige Umleitungsstrecke, die wegen Straßenbauarbeiten über Nienburg zur A 14 führt. Der Landkreis erklärt, warum eine Abkürzung über den Wartenberg nicht zulässig ist.

Calbe l Peter Huhla steht mit seiner Meinung nicht allein da. Der Calbenser ärgert sich über die lange Umleitungsstrecke, die seit Anfang April eingerichtet wurde. Seitdem müssen Kraftfahrer, die von der Saalestadt in Richtung Brumby zur Autobahn wollen, einen Umweg über Nienburg und Neugattersleben nehmen.

"Wer fragt nach den Benzinkosten des kleinen Steuerzahlers?"

Nach Angaben des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr wird bis Ende September die Landesstraße 63 zwischen Calbe und Brumby auf einem Teilabschnitt von 1,3 Kilometer Länge grundhaft ausgebaut (Volksstimme berichtete). Peter Huhla kann allerdings nicht nachvollziehen, dass die Bauzeit für diesen Teilabschnitt rund ein halbes Jahr betragen soll. "Wer von den Herrschaften fragt eigentlich nach den Benzinkosten des kleinen Steuerzahlers, dem man eine Umleitung von 20 Kilometern zumutet und das über einen derartigen Zeitraum?"

Er kritisiert gegenüber der Volksstimme die gewählte Umleitungsvariante und spricht sich für den Mühlinger Weg als alternative Verbindungsstrecke zwischen Calbe und Brumby aus. "Mit ein wenig Fantasie hätte man den Landwirtschaftsweg mit einer Bitumschicht versehen können. Bei einer späteren Sperrung der L 63 beispielsweise in Folge eines Unfalls, hätte man eine brauchbare Umleitung."

Mit dem Vorschlag konfrontiert, erklärt die stellvertretende Pressesprecherin des Salzlandkreises Christine Kleeblatt: "Der Mühlinger Weg ist ein unbefestigter Feldweg, der für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt ist."

Auf Anfrage der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) sei dieser Weg für den Busverkehr mit freigegeben worden. "Ohne diese Freigabe könnte der Busverkehr, insbesondere der Schulbusverkehr nicht in der jetzigen Form durchgeführt werden." Doch Christine Kleeblatt macht deutlich, dass selbst für diesen geringen Verkehr der Mühlinger Weg noch mittels Schotterbelag stellenweise hergerichtet werden musste. "Schon jetzt sind tiefe Spurrinnen festzustellen, so dass ein Begegnungsverkehr gar nicht möglich ist."

"Ausbau des Weges steht in keinem Verhältnis zur Gesamtmaßnahme."

Eine Freigabe für den Individualverkehr wäre nur unter massiven Arbeiten an diesem Weg möglich, welche in keinem Verhältnis zur Gesamtmaßnahme stünden. Selbst wenn dieser Weg nicht als Umleitung ausgewiesen wird, würde er sich zu einer "bevorzugten Umleitung" entwickeln. Dafür sei er aber nicht ausgelegt, so Kleeblatt. Erfahrungsgemäß würden selbst Lkw bei aufgestelltem Verbot den Weg nutzen. Durch die illegale Lkw-Befahrung und den dauerhaften Autoverkehr würde eine ständige Instandhaltung des Weges erforderlich werden, was auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist.

Bilder