Die Calbenser Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden wird 20 Jahre alt. Vorsitzender und Bürgermeister Dieter Tischmeyer zog in dieser Woche eine Bilanz.

Calbe l Vor zwei Jahrzehnten gründeten die Gewerbetreibenden in der Saalestadt eine Interessenvereinigung. Der Zusammenschluss von Unternehmern in der Kleinstadt soll die Entwicklung der Kommune zu einer lebenswerten Stadt unterstützen. Die Unternehmer organisieren deshalb unter anderem das Rolandfest, welches schon zum 19. Mal in diesem Jahr durchgeführt wird, sagte Dieter Tischmeyer.

Daneben machen sich die Gewerbetreibenden vor allem ihre Gedanken zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt. In allen kleineren Städten spielt das Thema schon seit Jahren eine große Rolle. Neben dem Wettbewerb mit den Händlern in den benachbarten großen Städten spielt ebenso der Internethandel eine zunehmende Rolle, meint Dieter Tischmeyer.

Er könne es verstehen, dass sich die Bürger von den großen Shopping-Centern angesprochen fühlen, sagt er. Auf Dauer leiden allerdings die kleinen Händler in den kleinen Städten darunter, ist er überzeugt. "Die Umsätze sind bei uns in den vergangenen Jahren phänomenal zurück gegangen", sagt der Bürgermeister, der einst selbst hinter dem Ladentisch stand.

Der Umsatzrückgang führte in der Vergangenheit dann ebenso zur Aufgabe von Geschäften. Immer mehr Schaufenster stehen inzwischen in der Innenstadt leer. "Wir versuchen einen interessanten Mix auf Filialen von großen Ketten und Einzelhändlern", schildert der Stadtchef. Gerade die Filialisten können das Innenstadtangebot deutlich bereichern und die Innenstädte attraktiver machen, ist der Bürgermeister überzeugt.

Zum 20-jährigen Jubiläum der Interessengemeinschaft will der Verein zwei Schaufenster in der Innenstadt gestalten und dabei auf die zwei Jahrzehnte zurückblicken. Der Bürgermeister will in den kommenden Wochen allerdings auch mit den Hausbesitzern sprechen, deren Läden seit einiger Zeit leer stehen. Ziel soll es hier sind, die leeren Schaufenster entsprechend zu gestalten und so die Innenstadt optisch aufzuwerten.

Für die Innenstadt könne dies ein Gewinn sein, ist der Bürgermeister überzeugt. Im Vordergund der kommenden Wochen stehe allerdings die Vorbereitung des Rolandfestes, sagte er weiter. Am ersten Juniwochenende soll die Veranstaltung in der Innenstadt durchgeführt werden. Traditionell öffnen dazu ebenso die Innenstadthändler ihre Geschäfte. Die Ketten ziehen seit Jahren dabei mit, obwohl sie sich in die Vorbereitung der Veranstaltung kaum einbringen, sagte er weiter.

Die Entwicklung in der Innenstadt gehe nach Meinung des Bürgermeisters in den vergangenen Jahren eindeutig in die Richtung der Gastronomie. Hier habe die Kleinstadt sehr viel Potenzial bereits gehoben. Hier sieht Dieter Tischmeyer aber ebenso die Zukunft für die Innenstadt. Vor allem am Hochufer der Saale biete sich die Gastronomie an. Auf der anderen Seite ist die immer älter werdende Bevölkerung in der Stadt allerdings auf einen nahen Handel angewiesen. Nicht jeder nutze das Internet oder fahre weit, um seine Einkäufe zu erledigen, schätzt der Bürgermeister ein. Deswegen müsse es auch in Zukunft einen starken Innenstadthandel geben, der die Interessen der Bürgerschaft zu bedienen wisse.

Der Innenstadthandel müsse es in der Zukunft verstehen, eine noch stärkere Kundenbindung aufzubauen. Nur so könne der Innenstadthandel gegen die großen Filialisten und Ketten dauerhaft bestehen, ist Dieter Tischmeyer überzeugt. Deswegen sei es ebenso wichtig, dass sich die Gewerbetreibenden in einer Interessengemeinschaft zusammenfinden und dort gemeinsam ihre Interessen vertreten. Nur so könne der Handel und das kleine Gewerbe in der Stadt nicht nur überleben, sondern in Zukunft ebenso wachsen. Dafür müssten die Gewerbetreibenden aber eine starke Stimme in der Öffentlichkeit haben.