Schönebeck l Otto Schäfer hat alles richtig gemacht. Der Bewohner des Burghofes feierte am Wochenende seinen 103. Geburtstag und - die Pflegeschwestern haben es nachgerechnet - seit 38 Jahren bekommt er Rente. Es war im Jahr 1975, als der in Fermersleben geborene Otto Schäfer seine erste Rententüte bekam. Lange ist es her.

"Herr Schäfer, Sie sind unser ältester Einwohner", freute sich gestern Schönebecks Oberbürgermeister, der einen Blumenstrauß überreichte. Grüße von Landrat Ulrich Gerstner und von Ministerpräsident Haseloff verlas Heidrun Wünsche-Rasche, die "Opa Otto" gleich noch liebevoll umarmte.

Der Jubilar hatte bereits am Sonnabend Geburtstag, gestern nun kamen Vertreter aus der Politik zum Händeschütteln, am kommenden Freitag feiert Otto Schäfer gemeinsam mit den anderen Bewohnern seinen Geburtstag. Immer schön in Ruhe, damit der rüstige Rentner sich nicht überanstrengt. Noch vor einem Jahr war er mit seinen 102 Jahren allein am Rollator unterwegs und drehte mehrmals am Tag eine Runde um das Haus. "Frische Luft schnappen", wie er sagt. Solche Touren unternimmt er heute nicht mehr allein. Dennoch ist Otto Schäfer aktiv. Mit den anderen Bewohnern des Hauses Dorothea besucht er die Gruppentherapie, und er liest noch jeden Tag die Volksstimme. Wie zum Beweis zeigt er dem Reporter die aktuelle Ausgabe auf seinem Tisch.

Ein Geheimrezept für das Altwerden hat Otto Schäfer nicht. Vermutlich war es die schwere Arbeit, die ihn heute noch stark macht. Der Grund: In seinem Arbeitsleben war er in der Schmiede des Thälmannwerkes beschäftigt.