Schönebeck l Gleich dreimal flohen Donnerstagnacht Autofahrer vor der Polizei. In Schönebeck fuhren die Beamten Streife. In der Friedrichstraße stießen sie gegen halb zwölf auf zwei Vw-Polo, die beim Anblick der Streifenwagen ihre Fahrzeuge beschleunigten und so eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt provozierten. "Die Kollegen setzen da ihr Leben aufs Spiel, da herrschen Wahnsinns-Geschwindigkeiten", sagt Jörg Methner, Pressesprecher des Polizeireviers im Salzlandkreis. Die Beamten forderten Hilfe von einem zweiten Streifenwagen an, außerdem waren zwei Wagen aus Aschersleben unterwegs nach Schönebeck, wie Methner erklärt. So gelang es, einen der Wagen anzuhalten und den 23-jährigen Fahrer zu kontrollieren. Er war nicht in Besitz einer Fahrerlaubnis. Außerdem vermuteten die Polizisten, dass er unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und das Strafverfahren eingeleitet. Das zweite Fahrzeug entkam, fuhr aber gegen eine Bordsteinkante. Die Insassen flohen zu Fuß weiter, so dass den Beamten eine weitere Verfolgung unmöglich war. Das Fahrzeug wurde dennoch sichergestellt. Im Innenraum fanden die Polizisten verschiedene Kennzeichen, 13 Radmuttern und ein Autoradio. Hier vermutet die Polizei, dass es sich um gestohlene Gegenstände handelt. Die Halterin des Wagens wurde von der Polizei ermittelt, allerdings ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, ob sie etwas mit der Tat zu tun haben könnte.

Als ob diese Verfolgung nicht schon gereicht hätte, begegnete der Polizei gegen zwei Uhr in Calbe ein weiterer Verkehrsflüchtling. Er befuhr die Magdeburger Straße in Schlangenlinien. Mit Blaulicht und Martinshorn versuchten die Beamten den Mann zum Anhalten zu bringen. Dieser ergriff hingegen die Flucht in Richtung Kleinmühlingen, um dann auf der Landesstraße 65 wieder zurück nach Calbe zu fahren. "Der Mann war mit weit über 100 Stundenkilometern unterwegs und verlor dann die Kontrolle über sein Fahrzeug", sagt Jörg Methner.

Die Fahrt endete an einem Baum. Die Polizei rief die Feuerwehr zur Hilfe. Die Kameraden schnitten den Fahrzeugführer schwer verletzt aus seinem Fahrzeug. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und war noch zu keiner Aussage fähig. Nach ersten Ermittlungen wird eine Fahrt unter Alkoholeinfluss vermutet. Der Fahrer besitzt keinen Führerschein. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

"Wir sind froh, dass wir unsere Kontrollen nachts verstärkt durchführen", begründet Methner das Vorgehen der Beamten. Das sei wichtig, um Straftaten vorzubeugen, die sich nach Angaben der Polizei momentan häufen. "Und es kommt kein Täter zu Fuß", so Methner weiter. Deshalb werden mit den Verkehrskontrollen nicht nur potenzielle Verkehrsunfälle verhindert, sondern auch Einbrüche oder Brandstiftungen. "Alles, was sich nachts bewegt, sollte man kontrollieren", formuliert Jörg Methner den Anspruch der Beamten. Eine Aussage darüber, wie viele Streifenwagen nachts im Einsatz sind, wollte er nicht treffen. Es soll verhindert werden, dass die Beamten zu Schein-Einsätzen gerufen werden, um eine Straftat zu begehen.

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