Dicke Risse überwiegen seit einiger Zeit am Kriegsdenkmal in Westeregeln. Der Sockel, auf dem ein steinerner Löwe thront, droht zu bröckeln. Es muss dringend etwas passieren. Doch die Sanierung würde rund 36 000 Euro kosten. Geld, dass die Gemeinde nicht aufbringen kann.

Westeregeln. Beim Rundgang des Gemeinderates Börde-Hakel durch die Ortschaften konnten sich die Mitglieder kürzlich vom Kriegsdenkmal in Westeregeln überzeugen. "Wir mussten feststellen, dass das Löwendenkmal wirklich in einem sehr schlechten Zustand ist", erklärte André Kulak (Wählergemeinschaft), Bürgermeister der Gemeinde Börde-Hakel auf der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend. Eine Fachfirma wurde hinzugezogen, die das Denkmal begutachtet und ein Angebot für die Restaurierung erstellt hat. Rund 36 000 Euro würde die Sanierung kosten.

Im Gemeinderat Westeregeln spielte dieses Thema schon viele Jahre eine Rolle. Es wurden 8000 Euro für eine Restaurierung im Haushalt eingeplant. "Wir haben mit so einer Summe nicht gerechnet", ergänzte der Bürgermeister. Die Schäden am Denkmal sind allerdings erheblich. Niemand weiß, wie lange es überhaupt noch hält. Doch wie soll die Gemeinde das Geld aufbringen? Kämmerer Ferdinand Hartl machte klar, dass die Kommunalaufsicht einer überplanmäßigen Ausgabe zur Sanierung nicht zustimmen würde. "Und auch die Entnahme der erforderlichen Mittel aus der Rücklage der Gemeinde ist nicht möglich, da dann nach der Durchführung der Sanierung der Mindestrücklagenbestand nicht mehr gewährleistet ist", so Hartl weiter.

Den Gemeinderäten ist bewusst, dass es sich dabei um ein sehr sensibles Thema handelt. "Man sollte sich überlegen, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gibt, die Erinnerungen an die Opfer der Weltkriege zu erhalten. Das ist moralisch gesehen sehr schwierig. Man könnte eventuell auch die Bürger fragen, ob sie andere Möglichkeiten wissen", so das Gemeinderatsmitglied Jörg Zielke (Freie Wählergemeinschaft Westeregeln). "Wir entscheiden hier über Geld der gesamten Börde-Hakel-Gemeinde, also müssen wir auch die Bürger aller Ortsteile fragen", ergänzte André Kulak.

Für Ratsmitglied Eckard Christel (CDU/Wählergemeinschaft Borne/Wählergemeinschaft Wolmirsleben) ist es jedoch unumgänglich, dass die dieses Kriegsdenkmal restauriert werden muss. "Das Löwendenkmal ist ein Teil von Westeregeln. Die Erinnerung vieler älterer Bürger hängt daran. Es ist ein Teil der Geschichte. Man muss also gar nicht darüber nachdenken, ob man es in einer anderen Form erhält oder gar gänzlich entfernt. Man muss nun überlegen, wie man das Geld auftreibt. So wie es ist, ist es Westeregeln", so Christel in seinen Ausführungen.

Viele Gemeinderäte stimmten dieser Meinung zu und so wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, dass das Löwendenkmal restauriert werden muss. Jedem ist jedoch klar, dass es schnell gehen muss. Denn der kommende Winter mit Frost und Schnee wird den Zustand des Denkmals nur noch weiter verschlechtern.

Aus den Zuschauerreihen kam dann die Idee, eine Spendenaktion zu starten, wie sie auch für das Löwendenkmal auf dem Friedhof in Wolmirsleben läuft (wir berichteten). Vereine, Privatpersonen oder auch Unternehmen könnten Geld spenden, damit die Summe, die die Gemeinde aufbringen muss, nicht mehr ganz so hoch ist.