In den Kindertagesstätten bereiten sich die Erzieher auf das neue Kinderförderungsgesetz ab August vor. So auch in Schneidlingen. Die Betreuungsstunden dürften deutlich steigen, erwartet die Leiterin.

Schneidlingen l Ab August haben die Kinder von arbeitslosen Eltern wieder einen Ganztagsanspruch in der Kinderbetreuung. Nach Jahren, in denen sie nur fünf Stunden täglich die Einrichtungen besuchen durften, wird mit dem neuen Kinderförderungsgesetz nun nicht mehr unterschieden. Alle Eltern können ihre Kinder nun solange in der Einrichtung täglich betreuen lassen, wie sie es für richtig halten.

Wie sich der neue Anspruch von arbeitslosen Eltern zukünftig auswirkt, ist die große Unbekannte in der Rechnung. Die Einrichtungen versuchen bereits seit Wochen Klarheit darüber zu erlangen, wie groß der Betreuungswunsch der Familien ab August ist.

Auch in Schneidlingen ist Einrichtungsleiterin Andrea Dietze damit beschäftigt. Monatlich überprüft sie schon jetzt, ob die Stundenzahl des Personals mit den zu betreuenden Kindern in Einklang zu bringen ist.

Die Kindertagesstätte mit dem Namen Sonnenkäferland der Bördeland Lebenshilfe bereitet sich schon jetzt auf einen größeren Betreuungsbedarf ab August vor, erklärt sie. Dass Eltern ihre Kinder länger in der Einrichtung lassen werden, als zurzeit, zeichne sich ab. Wie sich das personell auswirken könne, sei noch offen, meint sie weiter. Sie rechne allerdings damit, dass die Mitarbeiter alle bald wieder Volzeit beschäftigt werden müssen und vielleicht auch noch Personal benötigt werde.

Aus Kontakten mit anderen Einrichtungen weiß sie, dass die anderen Kindertagesstätten ebenfalls dabei seien, ihre Eltern zu befragen. Mitunter seien ebenso bauliche Veränderungen notwendig, um alle Kinder beispielsweise für den Mittagsschlaf unterzubringen.

Die Kinder stört es nicht, wenn sie zukünftig länger am Tag die Einrichtung besuchen dürfen. Die kleinen Mädchen und Jungen genossen die erste echte Frühlingswoche. Täglich toben die Kleinen ausgiebig auf dem Spielplatz umher und genießen dabei die Frühlingssonne.

Regelmäßig bekommen sie dabei von den Landfrauen Besuch. Die Damen, die das Wissen der Landfrauen hüten und an die jüngere Generation weiter geben, haben einen Patenvertrag mit der Einrichtung. Erst im März waren die Landfrauen zu Gast, um mit den Kindern gemeinsam den Frauentag zu feiern.

Daneben gibt es jährlich ein festes Programm für die Landfrauen mit den Kindergartenkindern. In der ersten Juniwoche besuchen sie die Einrichtung erneut. Rund um die Milch geht es dann, erklärt Andrea Dietze. "Das wird immer sehr schön. Die Landfrauen bringen dann verschiedene Milchprodukte mit und fertigen mit den Kindern gemeinsam Milchspeisen an", schildert sie. Die Kinder lernen sehr viel bei den Landfrauen und freuen sich über jeden Besuch der Damen in der Einrichtung.

Im Herbst helfen die Landfrauen dann den Kindern, die Päckchen für die Tafeln zu packen. Daneben stehen die Frauen aber auch mit den Kindern wieder in der Küche und backen gemeinsam Plätzchen. "Ich bin sehr froh, dass wir so gut mit den Landfrauen arbeiten und sie den Kindern so viel zeigen", meint Andrea Dietze.

Schließlich beginne das Lernen für das Leben bereits im Kindergarten. Wenn die Kleinen hier bereits wichtige Dinge mitbekämen, falle ihnen die Fortentwicklung in der Schule leichter, meint sie. Mit der Bildung beschäftigt sich ebenfalls die Leitung des Hauses. Bildung elementar heißt das verbindlich vorgeschriebene Programm für die Kindertagesstätten im Land. In Fortbildungen wollen sich die Mitarbeiter in der nahen Zukunft die notwendigen Informationen zur Umsetzung des Bildungsprogrammes in der Kindertagesstätte aneignen, kündigte Andrea Dietze an. Die Fortbildung sei fester Bestandteil der jährlichen Arbeit für die Erzieherinnen, sagte sie.