Atzendorf/Förderstedt l Nachdem auf der Landstraße 50 an der Ortseinfahrt von Atzendorf ein stationärer Blitzer aufgebaut worden war, ist die Ortseinfahrt durch den Landkreis verkürzt worden. Das stieß auf große Kritik im Ortschaftsrat Förderstedt. Jetzt will der Landkreis dort eine Tempo-70-Zone errichten, um die entstandene Gefahrenstelle abzumildern. Gefahr entsteht dort vor allem, wenn Autofahrer die Tankstelle oder die Straßenmeisterei verlassen wollen und sich in den Verkehr einordnen, der mit 100 Stundenkilometern angerauscht kommt.

Ein Tempo-70-Schild aufzustellen, reiche aber nicht aus, meinen einige Ortschaftsräte. "Das geht so nicht", empörte sich Johann Hauser (FDP) im Ortschaftsrat. "Auch das Tempo-70-Schild nützt nichts. Die Ortseinfahrt soll so hergerichtet werden wie sie vorher war."

Die Aussage, die Polizei ordne die Stelle an der Tankstelle nicht als Unfallschwerpunkt ein, sei Quatsch. Gerade mit der jetzigen Situation sei die Tankstellenausfahrt eine ernst zu nehmende Gefahrenstelle geworden. "Ja, wenn das kein Unfallschwerpunkt ist, was dann?" Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) regt sich darüber auf, dass er in die Entscheidung des Landkreises nicht eingeweiht worden sei. Er erzählte, dass die Mitteilung über die Veränderungen am Ortseingangsschild an die falsche Adresse geschickt wurde. "Das ist zu hinterfragen, wenn man nicht auf die Bedenken eines Ortsbürgermeisters eingeht."

Er empfindet das Tempo-70-Schild, das übrigens noch nicht aufgebaut wurde, als "Verschlimmerung" der Situation. Klaus Engel (SPD) sagt: "Jetzt merken sie bei der Kreisverwaltung, dass sie einen Fehler gemacht haben und rudern langsam zurück." Johann Hauser betont noch einmal: "Ich lasse da keine Ruh\'. Ich werde einen Antrag in den Kreistag einbringen."

Auch die zwei neuen Blitzsäulen an der Förderstedter Grundschule sorgen durch ihre Beschilderung für Kritik. "Es ist überhaupt nicht geklärt, ob die Beschilderung dort richtig ist", so Johann Hauser, der damit meint, ob das Tempo-30-Schild und das mit der Zeitangabe weit genug vom Blitzer entfernt stehen. "Das gab es schonmal, dass die Beschilderung nicht richtig war. Wenn das der Fall ist, hätten nämlich alle Kraftfahrer, die bisher geblitzt wurden und Geld gezahlt haben, in Widerspruch gehen können", so Hauser. Peter Rotter stimmt zu: "Eventuell müssten die Tempo-30-Schilder weiter davor stehen."

Das Ordnungsamt der Stadt Staßfurt teilt dazu mit, dass dieser Hinweis gerade geprüft wurde. "Wir haben die Beschilderung jetzt geändert: Die Zeiten auf dem Schild heißen jetzt montags bis freitags statt werktags", sagt Susanne Henschke vom Ordnungsamt. "Wir blitzen ja nur in der Woche, wenn Schule ist." Das Ordnungsamt habe auch die Abstände zwischen Blitzsäulen und Beschilderung überprüft. Alles sei dort korrekt und rechtens.

Generell kommen die neuen Blitzer gut an. "Ich bin froh, dass sie in Betrieb genommen wurden. Die Autos fahren dort wesentlich langsamer, auch nach 16 Uhr und ich denke, dass die Grundschule die richtige Stelle dafür ist", erklärt Peter Rotter.

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