Jaime Don Antonio aus Staßfurt wird Nachfolger von Emma Kirkorow und ab dem 1. Januar Ausländerbeauftragter im Salzlandkreis. Der Kreistag stimmte über die insgesamt vier Bewerber jetzt offiziell ab und ernannte den 41-Jährigen.

Schönebeck/Staßfurt. Die Rolle des Ausländerbeauftragten im Salzlandkreis sieht Jaime Don Antonio als Vermittlerrolle: "Ich fühle mich als Bindeglied und Kulturmittler zwischen der Mehrheit der Gesellschaft und den Menschen, die zu uns kommen – aus Afrika, Asien und allen europäischen Ländern", sagte der 41-Jährige bei seiner Vorstellung im Gesundheits- und Sozialausschuss des Kreises. Deshalb wolle er die Ärmel hochkrempeln und in die Problemlagen der Menschen, die seine Unterstützung suchen, eintauchen, gleichzeitig aber den Weg zu Behörden und Instanzen ebnen. Viele Dinge kann Jaime Don Antonio seinen eigenen Erfahrungsschatz nennen. 1969 wurde er in Caia/Mosambik geboren und lebt seit 1982 in Deutschland. In Staßfurt war er bis 1990 Schüler an der Schule der Freundschaft, wurde zum Facharbeiter ausgebildet. Heute ist er als Trainer und Referent in der interkulturellen Sensibilisierung von Migranten im Salzlandkreis und auch in Dessau/Roßlau tätig. Den Weg als Bürger mit Migrationshintergrund durch den Behördendschungel kennt er also.

Bei der Staßfurter Urania gibt es das Projekt Stern 2000 für Integration und Inklusion – die gleichberechtigte Teilhabe aller an allen Bereichen der Gesellschaft. Jaime Don Antonio engagiert sich seit vielen Jahren hier, ist häufig Referent der Veranstaltungen und ebenso häufig einfach Zuhörer.

Diese Erfahrungen hob auch die Verwaltung des Kreises hervor, als sie die insgesamt vier Bewerber um das Amt des Ausländerbeauftragten dem Fachausschuss vorstellte. Dessen Mehrheit sah darin eine Präjudizierung und wollte so darüber nicht abstimmen. Stattdessen reichte man das Thema an den Kreistag weiter, dessen Gremium sowieso über die Entscheidungsgewalt verfügte (Volksstimme berichtete). Auf die Diskussion im Ausschuss ging Jaime Don Antonio in seiner kleinen Rede im Kreistag noch einmal ein. "Es ist nicht von Interesse, ob ein Schwarzer, Weißer, Deutscher oder Ausländer das Amt übernimmt – wichtig ist, dass ein geeigneter Kandidat gefunden werden muss." Egal wer das Rennen mache, er wolle auf jeden Fall mithelfen und biete seine Zusammenarbeit an.

Die Mehrheit der Kreistagsmitglieder votierte bei den Einzelabstimmungen für den Staßfurter. Er hatte die Politiker vorher ebenso wie sich selbst in die Pflicht genommen: "Wenn wir mit Problemen zu ihnen kommen, dürfen sie sich nicht hinter dem Schreibstück verstecken und ausrichten lassen, dass sie zu tun hätten." Die charmant-witzige, aber auch konsequent-ernsthafte Art Don Antonios überzeugte.

Der Ausländerbeauftragte arbeitet für die Zeit einer Legislaturperiode. Bisher übte Emma Kirkorow das Amt aus, legte es aber aus persönlichen Gründen nieder. Zu den Aufgaben gehören die Beratung, Betreuung und Begleitung der ausländischen Einwohner. Der Beauftragte muss zwischen Menschen, Verwaltung, Behörden, kreislichen Institutionen und Vereinen im Interesse der Integration wirken. Die monatliche Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt beträgt nach Kreissatzung 110 Euro.