Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Glöthe, Winfried Sperling, zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück. Er werde am 31. Dezember sowohl sein Mandat im Staßfurter Stadtrat als auch das für den Ortschaftsrat Förderstedt niederlegen, sagte der 74-Jährige gestern Nachmittag im Volksstimme-Gespräch.

Staßfurt/Glöthe. Seine Entscheidung führte Sperling auf gesundheitliche Gründe zurück. "Ich habe schwere Herzattacken hinter mir. Deshalb hat mir mein Arzt geraten, künftig psychische Belastungen zu meiden", sagte der Kommunalpolitiker.

Solche Belastungen seien für ihn auch die Probleme, die es momentan in Glöthe gebe, wie zum Beispiel der hohe Grundwasserstand, der zur Vernässung etlicher Keller geführt hat sowie der geplante Bau einer Biogasanlage, der auf den erbitterten Widerstand der Bürger stößt.

"Ich bin zwar kein Bürgermeister mehr, aber als alter Kommunalpolitiker bekomme ich alle Probleme auf den Tisch", sagte Sperling, den die Bürger auch schon mal Sonntagvormittags um Auskunft bitten.

"Ich bin jetzt 74. In diesem Alter muss man sich das nicht mehr antun, was der Gesundheit nicht förderlich ist. Ich rege mich über alles auf und habe dann Angst, dass ich eines Tages auf der Strecke bleibe", sagte Sperling, der von 2001 bis 2006 Ortsoberhaupt der Gemeinde war.

Nach der Eingemeindung von Glöthe und des Ortsteils Üllnitz in die Gemeinde Förderstedt war er ehrenamtlich als Ortsbürgermeister tätig und nach der Fusion des Dorfes mit Staßfurt für kurze Zeit Interessenvertreter in Glöthe und Üllnitz.

Im vergangenen Jahr kandidierte er erfolgreich auf der offenen Liste der FDP für den neuen Staßfurter Stadtrat und den Ortschaftsrat Förderstedt.

Der FDP-Kreisvorsitzende Johann Hauser bedauerte den Rückzug von Winfried Sperling aus der aktuellen Kommunalpolitik. "Solche Mandatsträger, die sich so engagieren, die so zuverlässig und so sachkundig sind, sind sehr selten", lobte Hauser.

"In diesem Alter muss man sich das nicht mehr antun, was der Gesundheit nicht förderlich ist"

Für Sperling wird der ehemalige Löderburger Bürgermeister Christian Neubauer in den Stadtrat nachrücken.

Wenn es nach der Stimmenanzahl der Kommunalwahl gegangen wäre, hätte eigentlich die ehemalige Brumbyer Bürgermeisterin Hannelore Schmidt neue Stadträtin werden müssen. "Sie hatte damals mehr Stimmen. Doch sie hat abgewunken", sagte Hauser. "Wenn sie nicht will, kann ich sie nicht zwingen", fügte der Landtagsabgeordnete hinzu.

Das findet Sperling nicht gut: "Denn aus unserer Gegend ist bis auf Wolfgang Günther aus Brumby keiner mehr im Staßfurter Stadtrat, der unsere Interessen unmittelbar vertritt."

Bei der Sondersitzung des Stadtrates am Donnerstag, in der es um die Zukunft des Klinikstandortes Staßfurt geht, will Winfried Sperling noch einmal dabei sein, sagte er der Volksstimme.

Seinen Platz im Ortschaftsrat Förderstedt wird der Leiter des Förderstedter Männerchors Detlef Michelmann einnehmen, teilte Hauser mit. Während Neubauer schon einmal Stadtrat gewesen sei, müsse sich Michelmann in die neue Aufgabe erst einarbeiten. "Das haben wir seit Oktober, als klar war, dass Winfried Sperling geht, getan", sagte der FDP-Kreischef.

   

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