Drei sanierte Straßen in Athensleben und Neundorf. Ein neuer Platz für Hohenerxleben. Für Anlieger, für den Staßfurter Oberbürgermeister und die beteiligten Firmen und Behörden war gestern ein guter Tag. Ein Tag der Scherenschnitte.

Athensleben/Hohenerxleben/Neundorf l Wenige Tage vor dem Jahreswechsel werden zahlreiche Baumaßnahmen zum Ende gebracht. So auch in Athensleben. Die Straße zum Schloss wurde für rund 125 000 Euro von einer Unseburger Firma grundhaft ausgebaut. Nach nur zwei Monaten Bauzeit vollzog OB René Zok gestern mit Ortsbürgermeister Jürgen Kinzel, Mitgliedern der Verwaltung, Anwohnern, Architekten und Vertreter des WAZV und ALFF Halberstadt den symbolischen Scherenschnitt zur Freigabe.

Sogenanntes Herbstpflaster wertet die Straße nun nicht nur optisch auf, sondern ist auch ganz besonders geräuscharm. Das Wichtigste sei jedoch, dass die Straße um 40 Zentimeter angehoben wurde, meint Jens Stephan, Anwohner der Straße am Schloss. "Unsere Grundstücke standen regelmäßig unter Wasser", berichtet er und hofft nun auf "trockene Füße". Neben der Anhebung der Straße wurde auch die Regenwasserleitung verlegt. "Wir führen das Wasser nicht in die Kanalisation ab, sondern in den Graben am Schloss. Das spart Geld", erklärt Architekt Christian Boos, der die Gemeinde bereits seit zehn Jahren betreut. Im Zuge des Straßenausbaus erneuerte der Wasser- und Abwasserzweckverband zudem die Wasserleitung und die Hausanschlüsse. Eine Reihe neugepflanzter Rotdorn-Bäume komplettiert das neue Gewand.

Finanziert wurde die Maßnahme übrigens zu 75 Prozent (der Nettobausumme) durch Fördermittel. Konkret stammten jeweils fünf Prozent aus dem LEADER- und dem ILEK- sowie 65 Prozent aus dem Dorferneuerungs-Förderprogramm.

Blutbuchen statt Bürgerhaus-Baracke

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok übergab beim zweiten Übergabetermin gestern in Hohenerxleben im Beisein des stellvertretenden Ortsbürgermeisters Helmut Müller die neu gestaltete Freifläche, auf der einmal das alte Bürgerhaus stand. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, nach der Fertigstellung des neuen Bürgerhauses im Rahmen des LEADER-Programms für die Stadt Staßfurt das alte abzureißen und die Fläche so schön neu zu gestalten", meinte das Stadtoberhaupt. Drei Viertel der Bausumme von zirka 46 000 Euro wurden auch hier aus Fördermitteln finanziert. Ein Kroppenstedter Baubetrieb hatte innerhalb von acht Wochen den Altbau abgerissen, entsorgt und die Freifläche mit einheimischen typischen Bäumen wie Rosskastanie, Blutbuche, Schnurbaum und Zierapfel bepflanzt, wie sie auch im benachbarten Auenpark zu finden sind.

Große Freude über zwei Stückchen neuer Straßen herrschte derweil beim dritten und vierten Scherenschnitt des Tages, die in Neundorf vollzogen wurden.

"Ein großes Lob den Straßenbauern"

"Ein großes Lob den Straßenbauern, und wir freuen uns sehr", baten Wolfgang und Margot Malcherek René Zok das an die Groß-Rosenburger Bauleute zu übermitteln. Die Senioren verfolgten das Treiben Am Teich vom Fenster ihres Hauses aus. Auch hier hatte die Stadt ein Viertel Eigenanteil aufzubringen. Der große "Rest" der 140 000 Euro stammt aus Fördermitteln. Die Rentner bedauerten zwar, dass das Regenwasser nicht gleich in den Teich geleitet werden kann, um auch Kosten zu sparen. Aber der Oberbürgermeister erklärte das mit dem hohen Grundwasserstand in Neundorf. Man müsse das Wasser aus dem Ort ableiten. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Klaus Maaß bestätigte: "Ich habe vorhin erst einen Pegel bei 77 Zentimetern im Garten gemessen."

Nachdem auch das ausgebaute Stück Straße Am Sportplatz freigegeben wurde, ließ Planer Hans-Jürgen Krauße die Korken knallen. Alle Anwesenden waren der Meinung, dass man sich das verdient habe angesichts der nur gut zwei Monate Bauzeit. Am Sportplatz dauerte es nichtmal einen Monat. Und der OB verkündete stolz, dass die Stadt bei allen Maßnahmen noch ihren Eigenanteil aufbringen könne. "Das ist in Sachsen-Anhalt nur bei 13 Prozent der Kommunen der Fall." Wie immer gehört zu einem Abschluss auch ein Ausblick. So soll im nächsten Jahr der Schulweg in Neundorf ausgebaut werden. Dafür hat die Stadt 300 000 Euro in ihren Haushalt eingeplant, der allerdings noch genehmigt werden muss.

   

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